Der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags hat die schleppende Übermittlung von Akten durch die Bundesregierung kritisiert. Die Regierung müsse ihrer Pflicht zur Aktenlieferung "so rasch wie möglich und voll umfänglich nachkommen", sagte der Obmann der Unionsfraktion im Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU). Zuvor war eine Frist verstrichen, innerhalb derer die Regierung dem Ausschuss Dokumente zur Verfügung stellen sollte.

Der SPD-Obmann Christian Flisek sprach gegenüber der tageszeitung von einem "höchst unprofessionellen Vorgehen". Ihm sei "völlig unverständlich, warum zu dem einvernehmlich festgelegten Termin nicht zumindest erste Teillieferungen an den Ausschuss erfolgen konnten". Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz warf der Bundesregierung in dem Blatt eine "Missachtung des Parlaments" vor.

Im Kreis der zuständigen Behörden wurde auf das "sehr aufwändige" Verfahren zur Aktenübermittlung verwiesen. Derzeit seien zahlreiche Mitarbeiter in Vollzeit damit beschäftigt, Tausende Aktensätze durchzusehen. Zusätzliches Personal stehe dafür nicht bereit.

Bei der behördeninternen Aktenaufbereitung gehe es etwa um die Frage, welche Dokumente überhaupt für den Ausschuss infrage kämen und welche Bestandteile der Akten geschwärzt werden müssten; eine Vereinbarung mit befreundeten Geheimdiensten sehe zum Beispiel vor, dass nachrichtendienstliche Informationen, die von ausländischen Diensten stammten, nicht ohne Weiteres weitergegeben werden dürften. Die Anfragen aus dem Untersuchungsausschuss nach Akten bündelten derzeit viele Kräfte in den beteiligten Behörden.

Der NSA-Ausschuss soll untersuchen, inwieweit Bundesbehörden von jener Spionagetätigkeit insbesondere der USA wussten, die durch den Informanten Edward Snowden aufgedeckt worden waren. Der Ausschuss hat für seine Arbeit das Recht, interne Akten etwa bei den deutschen Geheimdiensten anzufordern.