Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will sich im Bundestag kommende Woche offen für die Anschaffung von bewaffneten Drohnen aussprechen. Das berichten Spiegel und Bild.

Von der Leyen hatte sich bislang zu dem umstrittenen Thema nicht klar geäußert. Sie sagte lediglich, sie befürworte eine gesellschaftliche Debatte über das Thema. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wies in Berlin darauf hin, eine Positionierung der Ministerin in der Frage von Drohnen sei noch nicht erfolgt. Sie werde sich wie angekündigt erst kommende Woche dazu äußern.

CSU-Verteidigungspolitiker Florian Hahn unterstützt die Anschaffung der Drohnen. "Ich erwarte von der Verteidigungsministerin, dass sie sich klar für eine europäische Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Drohne einsetzt", sagte Hahn dem Spiegel.

Zur Untersuchung wichtiger Rüstungsvorhaben hat die Verteidigungsministerin ein Team aus 30 externen Beratern zusammengestellt. Sie sollen in den kommenden Monaten neun Rüstungsprojekte des Verteidigungsministeriums prüfen. Darunter sind der Kampfjet Eurofighter, der Kampfhubschrauber Tiger, der Schützenpanzer Puma und auch die Nachfolge der Aufklärungsdrohne Euro Hawk. Das teilte das Ministerium mit. Der Auftrag soll an die Firma KPMG vergeben werden und rund 1,15 Millionen Euro kosten. Zu Beginn der Debatte war von rund 400.000 Euro die Rede. Ende Oktober will das Ministerium über die Ergebnisse berichten.

Das Thema Drohnen sorgt seit Langem für Diskussionen. Die Bundeswehr befürwortet den Kauf und Einsatz von Kampfdrohnen, um deutsche Soldaten zu schützen. Ähnlich äußerte sich Anfang 2014 der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus. Die Bundesregierung hatte eine Entscheidung bisher offiziell immer wieder verschoben. Dabei war das Projekt Kampfdrohnen-Kauf intern weiter vorangetrieben worden. Noch 2014 könnte eine Entscheidung über das Modell fallen. Als Favoritin galt bisher die amerikanische Drohne Reaper.