Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat davor gewarnt, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA auszusetzen. Dies war im Zuge der Spionagefälle unter anderem von Wolfgang Bosbach (CDU) gefordert worden.

Schmidt sagte in einem Interview mit der Welt am Sonntag, eine Aussetzung der TTIP-Gespräche beschädige die eigenen Interessen. Wer ein Ende der Verhandlungen über das Handelsabkommen als Strafe für die Spionagefälle fordere, bringe "Kraut und Rüben durcheinander".

Die bisherigen Reaktionen auf die Geheimdienstaffären nannte der CSU-Politiker "notwendige Wetterleuchten". Nun erwarte er "nüchterne Vernunft auf beiden Seiten des Atlantiks". Es bedürfe mehr Transparenz seitens der USA und zusätzlicher Gespräche, um die deutsch-amerikanischen Beziehungen wieder zu verbessern.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, sie wolle am Freihandelsabkommen festhalten. Im ZDF-Sommerinterview sagte sie, das Abkommen liege im deutschen Interesse, da Deutschland eine Exportnation sei.

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hatte am Sonnabend im Deutschlandfunk gefordert, nicht länger über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA zu verhandeln. Stattdessen könne dann mit den USA über Datenschutz und Datensicherheit geredet werden. Er verdächtigt auch US-amerikanische Geheimdienste der Wirtschaftsspionage.

Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte in der Frankfurter Rundschau gesagt, dass die Bevölkerung aufgrund der Spionagevorwürfe einem Freihandelsabkommen mit den USA zunehmend ablehnend gegenüber stehe.