Sig Sauer ist aufgrund der mutmaßlich illegalen Waffenlieferungen in das Bürgerkriegsland Kolumbien mit einem Ausfuhrverbot belegt worden. Das berichten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Demnach wurde die Bearbeitung sämtlicher Antragsverfahren vom zuständigen Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle zum 1. Juli gestoppt. Das Bundesamt leitete eine Überprüfung ein, bei der untersucht wird, ob Sig Sauer ein zuverlässiger Exporteur ist.

Der Vorgang ist Konsequenz aus Waffenlieferungen, bei denen Sig Sauer die dem kolumbianischen Verteidigungsministerium unterstehende Policia Nacional mit Pistolen versorgt haben soll. Die Handfeuerwaffen sollen unter Täuschung der deutschen Behörden über die USA nach Kolumbien geliefert worden sein. Auch nach Kasachstan soll Sig Sauer ohne Genehmigung Pistolen geliefert haben.

Auf den Ausfuhrdokumenten für die Pistolen war versichert worden, dass die Waffen für den amerikanischen Markt bestimmt sind. Sie wurden entsprechend vom US-Justizministerium gegengezeichnet. Nach den Recherchen von Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR handelte es sich dabei um bewusste Falschangaben.

Theoretisch müssten die Ermittlungen nach den "Politischen Grundsätzen der Bundesregierung  für den Export von Kriegswaffen" jetzt auch Folgen für die Beziehungen zu den USA haben: In den Grundsätzen heißt es, dass der Waffenhandel mit einem Empfängerland ausgesetzt wird, wenn dieses wissentlich falsche Angaben gemacht hat.