Das Verteidigungsministerium hat seine Ausgaben für die Rüstungsforschung an Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen seit 2010 mehr als verdoppelt. Das berichten die Süddeutsche Zeitung und NDR Info. Rund 390 Millionen Euro seien investiert worden, um 700 öffentliche Forschungsaufträge in Auftrag zu geben. Vor allem die Forschung an Drohnen, Geschossen, Satellitentechnik und Militärrobotern soll mithilfe der Investitionen vorangetrieben worden sein. 

Diese Zahlen gehen aus einer vertraulichen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Einen Teil der Auskünfte hatte die Regierung allerdings unter Geheimschutz gestellt und dies mit Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland begründet.

Den öffentlichen Hochschulen wurden laut des Berichts 120 Aufträge im Wert von mehr als 28 Millionen Euro erteilt. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover habe mit einer Summe von mehr als 5,8 Millionen Euro den größten Anteil erhalten, gefolgt von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (mehr als drei Millionen Euro) und der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg (mehr als 2,2 Millionen Euro).

Auch die Hochschulen Tübingen, Konstanz, Frankfurt am Main, Rostock und Göttingen, die sich per Zivilklausel auf eine friedliche Forschung verpflichtet haben, rechneten mit einer Unterstützung des Ministeriums. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen erhielten 588 Aufträge im Wert von mehr als 360 Millionen Euro. Vor allem die Fraunhofer Gesellschaft soll dabei von dem Geld des Ministeriums profitieren.  

Das Verteidigungsministerium teilte auf Anfrage mit, dass militärisch relevante Forschungsaufträge nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten, da aus der Summe der veröffentlichten Informationen "Rückschlüsse auf wehrtechnische Interessensschwerpunkte" und damit letztlich "Fähigkeitslücken der Bundeswehr" gezogen werden könnten. Die Linke dagegen forderte mehr Transparenz.