Der Landesvorsitzende der Berliner Piratenpartei, Christopher Lauer, legt sein Amt nieder und tritt aus der Partei aus. Als Grund für seinen Austritt nennt Lauer nach Informationen des Tagesspiegel Frust über die eigene Partei. Er habe im Vorstand keine Mehrheit für seine Vorhaben zur Professionalisierung der Partei gehabt, sagte Lauer. Er kündigte an, die Partei mit sofortiger Wirkung zu verlassen. "Es ist wie mit einer langjährigen Beziehung, irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es so weit ist", sagte der 30-Jährige. 

Seinen Sitz im Berliner Abgeordnetenhaus will Lauer nicht aufgeben. Lauer sagte, er bleibe innenpolitischer Sprecher der Piratenfraktion. Formal sei das kein Problem und Piratenfraktionschef Martin Delius sei informiert.

2011 waren die Berliner Piraten mit 8,9 Prozent der Stimmen als bundesweit erste ihrer Partei in ein Landesparlament eingezogen. In den jüngsten Umfragen erreichten die Piraten jedoch deutlich weniger Zuspruch.

Glückwünsche für Lauer

Der Rücktritt des Landesvorsitzenden ist ein Indiz dafür, wie zerstritten die Piratenpartei mittlerweile ist. Lauers Parteikollege Oliver Höfinghoff beglückwünscht ihn auf Twitter zu seinem Entschluss.

Mit Lauer verliert die Partei eines ihrer bekanntesten Gesichter. Er war erst Anfang März mit knapper Mehrheit zum Berliner Landesvorsitzenden gewählt worden. Vor der Wahl 2016 müsse der Vorstand wieder politischer werden, hatte er damals gefordert.

Lauer hatte in den vergangenen fünf Jahren mehrere Ämter bei den Piraten inne, war unter anderem Fraktionschef und auf Bundesebene ein Jahr lang politischer Geschäftsführer. Verantwortlich war Lauer unter anderem für die bundesweite Einführung der Onlineplattform Liquid Feedback, über die die Piraten abstimmen und Entscheidungen treffen.