Die SPD-Fraktion spricht mit ihrem Abgeordneten Michael Hartmann über ein mögliches Comeback. Sie sei mit Hartmann in Kontakt, wie man dessen "großen Sachverstand" künftig in der Fraktion einsetzen könne, sagte Fraktionsgeschäftsführerin Christine Lambrecht. "Wir erwägen eine baldige Rückkehr."

Hartmann war im Juli wegen Drogen-Vorwürfen von seinem Posten als innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und als Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste zurückgetreten. Er hatte zugegeben, im Oktober 2013 eine geringe Menge Chrystal Meth konsumiert zu haben – in der Hoffnung, damit leistungsfähiger zu sein. Der Politiker aus Mainz galt bis dato als Talent in der SPD. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe ist Hartmann nur noch einfacher Abgeordneter.


Nun gibt es Medienberichte, wonach die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen Hartmann gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt werden sollen. Der SPD-Politiker soll in einer Berliner Kleingartenkolonie rund ein Gramm der Droge gekauft haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin wollte sich auf Anfrage von ZEIT ONLINE nicht äußern.

Lambrecht betonte, auch sie habe keine weiteren Informationen zum Stand der Ermittlungen. Doch spreche man in der Fraktion schon länger über Möglichkeiten für Hartmanns politische Zukunft. Dieser habe sein Fehlverhalten eingeräumt und die Konsequenzen daraus getragen. Lambrecht sagte, die SPD-Abgeordneten seien sehr fair mit Hartmann umgegangen. Jeder mache im Leben einmal Fehler.

Sprecher für SPD-Innenpolitik wird Hartmann allerdings nicht mehr werden. Am Dienstag bestimmten die Abgeordneten den Magdeburger Burkhardt Lischka für dieses Amt. Er ist bereits der dritte innenpolitische Sprecher der SPD in dieser Legislaturperiode. Anfang Februar war der bisherige Innenpolitiker Sebastian Edathy von diesem Amt zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat gegen ihn Anklage wegen des Besitzes von Kinderpornografie erhoben.