Die Liste der Mängel bei der Bundeswehr wird länger. Eine von zwei Transall-Maschinen, die Teil der Luftbrücke in die Ebola-Gebiete in Westafrika sein sollte, musste am Wochenende auf Gran Canaria zwischenlanden. Der Grund: Ein technischer Defekt. Das bestätigte das Verteidigungsministerium dem Journalisten und Bundeswehr-Experten Thomas Wiegold. Eine Ersatzmaschine mit Ersatzteilen und Mechanikern an Bord ist demnach bereits auf dem Weg nach Gran Canaria. 

Deutschland und Frankreich hatten vor anderthalb Wochen die Einrichtung einer gemeinsamen Luftbrücke beschlossen. So sollte die Versorgung der von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika gewährleistet werden. Nach Angaben der Bundeswehr werden bis zu 100 Soldaten und vier Transall-Flugzeuge in die senegalische Hauptstadt Dakar geschickt. Eine erste Maschine war dort vergangene Woche bereits angekommen. Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist ebenfalls in Dakar. Verteidigungsministerin weist persönliche Verantwortung zurück

In den vergangenen Tagen waren wiederholt Pannen bei der Bundeswehr öffentlich geworden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen räumte Probleme ein. Diese hätten sich über Jahre aufgebaut, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandfunk. Wegen der vielen aktuellen Einsätze der deutschen Streitkräfte sei der "Unterbau" zu wenig beachtet und zu stark heruntergefahren worden. Hinzu komme, dass bestellte neue Rüstungsgüter zu spät kämen und zu teuer seien. 

Merkel unterstützt von der Leyens Kurs

Eine persönliche Mitschuld an des Ausrüstungsdefiziten der Truppe wies sie zurück. "Probleme, die sich über Jahre aufgestaut haben, die lassen sich natürlich nicht auf einen Schlag lösen", sagte von der Leyen. Die SPD macht indes Druck auf die Ministerin, die Probleme schnell zu lösen.

Unterstützung für ihren Umgang mit den Problemen bekam von der Leyen von der Bundeskanzlerin. "Sie legt die Dinge auf den Tisch, sie schafft einen Überblick über die Lage, wie sie ist", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert über die Ministerin. "Das ist die Voraussetzung dafür, dass man Probleme, die sich eben auch über viele Jahre ergeben haben, dann auch aufarbeiten kann." Dieses Vorgehen habe die Unterstützung der gesamten Bundesregierung, so Seibert.

Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und frühere Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Harald Kujat, fordert angesichts der Mängel einen Stopp der Ausgabenkürzungen. Der Verteidigungsetat müsse mittelfristig erhöht werden, sagte er im rbb Inforadio.