"Frieden schaffen ohne Waffen", lautete eine Parole der Friedensbewegung vor 30 Jahren. Viel ist davon nicht übrig geblieben, sogar die Fraktionsvorsitzende der ex-pazifistischen Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, möchte ja bewaffnete Bundeswehr-Soldaten nach Syrien schicken, um dort den Vormarsch der IS-Krieger zu stoppen (und steht damit selbst unter Bellizisten ziemlich alleine da).

Aber ein paar unentwegt Friedensbewegte gibt es noch und ihr Traum könnte sich nun ganz unerwartet doch noch erfüllen: Zumindest die Bundeswehr scheint nicht nur für Kriegs-, sondern auch für Friedenseinsätze schlecht gerüstet zu sein. Vor Kurzem wurde berichtet, die Bundesregierung bereitet sich darauf vor, im Auftrag der OSZE mittels Bundeswehr-Drohnen zu kontrollieren, ob der brüchige Waffenstillstand in der Ostukraine eingehalten wird. Daraus wird wohl nichts: Die Drohnen sind nicht wintertauglich. Sie könnten nur bis minus 19 Grad eingesetzt werden, heißt es. Das passt nicht wirklich zu den bald winterlichen Verhältnissen in der Ukraine.

Sogleich erinnert man sich an Zeiten, als darüber geklagt wurde, die Bundeswehr könne weder in Afrika noch in Afghanistan kämpfen, weil sie weder für Wüstenbedingungen noch für eisige Verhältnisse ausgestattet sei. Weshalb manche Soldaten sich die fehlende Ausrüstung privat beschafften. Und es passt zu den Meldungen der vergangenen Wochen über Transport- und sonstige Mängel der deutschen Truppe.

Statt sich darüber zu wundern oder lustig zu machen, sollte sich der Pazifist in uns lieber freuen, wenn Militärgerät auf so schlichte Weise zum Friedlichsein verdammt wird. Der alte Pazifist in uns jubelt und findet: Da ist noch mehr drin. Gern läsen wir demnächst solche Meldungen: "Sand im Panzergetriebe: IS-Vormarsch gestoppt"; "Wodka statt Wasser: Geschütze ukrainischer Separatisten mangels Kühlung ausgefallen"; "Navi ohne Strom: Boko-Haram-Kämpfer verirren sich im nigerianischen Dschungel". Dann stünden die Leute von der Bundeswehr und dem Verteidigungsministerium nicht länger als Deppen da, sondern als Menschen mit einer großen Vision. Chapeau!