Die Bundeswehr hat mit der Lieferung von Hilfsgütern ins Ebola-Gebiet begonnen. Am Vormittag habe eine Transall-Transportmaschine fünf Tonnen Hilfsmaterial vom senegalesischen Dakar in die liberianische Hauptstadt Monrovia gebracht, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Unter anderem seien Schutzanzüge geliefert worden. 

Noch gebe es aber keine ständigen Hilfsflüge nach Liberia. Das soll sich bald ändern: Von Dakar aus will die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Ländern eine Luftbrücke einrichten. Dafür sind zwei Transall-Maschinen in der senegalesischen Hauptstadt stationiert.

Eine Panne hatte die Ebola-Hilfsmission der Bundeswehr anfangs behindert. Eine der beiden Transall, die in der vergangenen Woche nach Dakar gestartet waren, war mit einem technischen Defekt zunächst auf Gran Canaria liegen geblieben. Die zweite Maschine konnte wie geplant weiter in den Senegal fliegen.

Versprochene Hilfe mit vielen offenen Fragen

Unklar ist hingegen, wie die weiteren von der Bundesregierung im Kampf gegen Ebola angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden sollen. So hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor zwei Wochen 300 Betten für das Ebola-Gebiet in Aussicht gestellt. Allerdings ist noch immer offen, wer diese bereitstellen wird und wer die Patienten behandeln soll.

Zudem mangelt es nach Aussagen des Deutschen Roten Kreuzes an geeigneten Helfern für die Krisenregion. Offen ist auch, wie Ärzte, Pfleger oder Soldaten nach Deutschland zurückgebracht werden sollen, falls sie sich mit Ebola infiziert haben. Den Bundeswehr-Airbussen fehlen die dafür nötigen Isolier-Vorrichtungen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO teilte mit, dass die Zahl der registrierten Ebola-Toten in Westafrika auf nun 3.431 Menschen gestiegen ist. Am stärksten sei Liberia betroffen, wo 2.069 Menschen an der Seuche starben. Die Zahl der registrierten Infizierten in Guinea, Liberia und Sierra Leone sei auf  7.470 gestiegen.