Die Pannenserie der Bundeswehr reißt nicht ab. Nun sitzen Soldaten in Afghanistan fest, weil der Truppentransporter nicht einsatzfähig ist. Das bestätigt ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage von ZEIT ONLINE. Der Militärexperte Thomas Wiegold hatte zuvor in seinem Blog davon berichtet. Demnach warten die Soldaten seit fast einer Woche im Zeltlager der Bundeswehr in Masar-i-Sharif auf den Heimflug.

Eine Regierungsmaschine wird sie nun nach Hause bringen. Geplant ist nach Angaben des Sprechers, einen Airbus A340 der Bundeswehrflugbereitschaft am Freitag von Köln aus nach Masar-i-Scharif zu schicken, um die etwa 150 Soldaten auszufliegen. Sie sollen dann am Samstag in Deutschland landen. 

Weil der A340 eine spezielle VIP-Ausstattung hat und geringer bestuhlt ist, können mit der Maschine deutlich weniger Menschen transportiert werden als mit dem Truppentransporter. Während in der A310 bis zu 214 Personen Platz haben, sind es im Airbus A340 maximal, je nach Bestuhlung, 143. Eine zweite Maschine der Bundeswehr-Flugbereitschaft könnte deswegen ebenfalls eingesetzt werden, zudem möglicherweise eine  Chartermaschine, wie es in dem Militärblog "Augen geradeaus" von Wiegold heißt. 

Airbus ordnete Überprüfung der A310 an

Die Transporter der Luftwaffe vom Typ Airbus A310 sind im Moment nur beschränkt einsetzbar. Grund ist die Not-Sauerstoffversorgung, die offenbar nicht einwandfrei funktioniert. Bei einer Maschine war ein Fehler im Sauerstoffgenerator festgestellt worden. Unklar ist, ob der Fehler auch in anderen Maschinen auftreten kann. "Der Hersteller Airbus selbst hat die Überprüfung angeordnet", so der Sprecher des Einsatzkommandos. Wie lange dies dauert und wann die Maschinen wieder voll einsatzfähig sind, ist noch unklar.

Der A310 darf wegen der Probleme derzeit nicht höher als 25.000 Fuß (7.500 Meter) fliegen und muss im Notfall auf 10.000 Fuß sinken können. Bei einem Flug nach Afghanistan sei das nicht auf der gesamten Strecke zu gewährleisten, bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe.

Lange Mängelliste bei der Bundeswehr

Die neueste Panne ist nur eine von vielen, mit denen sich die Bundeswehr derzeit beschäftigen muss. Erst zu Beginn der Woche war eine Transall auf dem Weg ins Ebola-Gebiet nach Westafrika auf Gran Canaria liegen geblieben. Grund war ein technischer Defekt. Die Maschine sollte Teil einer Luftbrücke sein. Auch an den Eurofighter-Kampfjets wurden Qualitätsmängel festgestellt. In einer ersten Reaktion halbierte der Hersteller die freigegebene Lebensdauer pauschal von 3.000 auf 1.500 Flugstunden. Probleme hatte es auch bei den Hubschraubern der Marine und bei Panzern gegeben.

Eine Grafik der Einsatzfähigkeit der Truppe finden Sie hier.