Etwa 20 kurdische Jugendliche und deutsche Unterstützer sind in die Münchener CSU-Zentrale eingedrungen. Sie forderten ein härteres Vorgehen der internationalen Staatengemeinschaft gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sowie mehr Druck auf die Türkei. 

"Wir haben die CSU-Landesleitung symbolisch besetzt, natürlich gewaltfrei", sagte der Sprecher der Demonstranten, Kerem Schamberger. Diese forderten zudem eine Aufhebung des Verbots der kurdischen Arbeiterpartei PKK in Deutschland und ein Gespräch mit einem ranghohen CSU-Politiker.

Auch in Hamburg hatten am Mittwochabend erneut Kurden wegen der Lage in Syrien protestiert. Wie die Polizei mitteilte, zogen zunächst bis zu 1.300 Menschen friedlich in einem Demonstrationszug durch die Stadt. Später gingen mehrere Gruppen durch den Stadtteil St. Georg, in dem es am Dienstag zu Zusammenstößen zwischen Kurden und mutmaßlich radikalen Muslimen gekommen war. Auseinandersetzungen seien aber weitgehend verhindert worden, teilte die Polizei weiterhin mit.

Eine Schusswaffe, Messer und Macheten

Die Beamten stellten außerdem mehrere Waffen sicher. Das Landeskriminalamt prüft den Verdacht des Verstoßes gegen das Waffengesetz und des Landfriedensbruchs. Es seien eine Schusswaffe sowie Messer, Macheten, Teleskopstangen und Sturmhauben bei Demonstranten konfisziert worden. 

46 Teilnehmer wurden vorläufig festgenommen, 18 kamen in Gewahrsam. Gegen zwei Demonstranten lag ein Haftbefehl vor, einer von ihnen soll abgeschoben werden. Die übrigen seien wieder auf freiem Fuß. Laut Polizeiangaben sind die Betroffenen türkischer, syrischer und deutscher Staatsbürgerschaft und im Alter von 18 Jahren bis 38 Jahren.

Ein Mensch wurde den Angaben zufolge verletzt aufgefunden. Die Hintergründe des Falls seien aber noch unklar. Wegen der angespannten Lage war die Polizei mit einem Großaufgebot von 1.300 Beamten im Einsatz, die unter anderem zahlreiche Personen auf den Straßen kontrollierten.