Die Aussage von Flisek in dem Pressegespräch wurde in dem Schreiben vom Bundeskanzleramt explizit nicht erwähnt. Auch der Obmann der CDU, Roderich Kiesewetter, nahm seinen SPD-Kollegen  in Schutz: "Nach meinem Eindruck ist Flisek nicht über den Bereich einer erlaubten Einschätzung hinausgegangen mit seinen Äußerungen", sagte er. "Das ist ein Sturm im Wasserglas." Dennoch zeigt die Kritik an Flisek, dass in Sachen Geheimhaltung derzeit die Nerven blank liegen – vor allem bei der Bundesregierung.

Sitzung abgebrochen

Die für diese Woche eigentlich angesetzte öffentliche Vernehmung eines Informatikers des BND war am Donnerstag übrigens nach wenigen Minuten vorbei. Es hatte sich herausgestellt, dass der geladene Zeuge sich mit geheimen Akten auf seine Aussage zu Überwachungsprogrammen und Zusammenarbeit mit der NSA vorbereitet hatte. Genau diese Dokumente liegen den Abgeordneten bis heute nicht vor.

Die Parlamentarier hatten bereits mehrfach geklagt, dass die von ihnen angeforderten Regierungs- und Geheimdienstakten sehr kurzfristig oder größtenteils geschwärzt geliefert werden. Für sie ist das ein Nachteil, weil ihnen Informationen fehlen, auf die sie ihrer Ansicht nach aber ein Anrecht haben. So könne keine fundierte Befragung des Zeugen gewährleistet werden, sagte der Ausschussvorsitzende Sensburg – und vertagte die Sitzung auf November.