Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Alternative für Deutschland (AfD) scharf angegriffen. Der Bundesfinanzminister sagte vor der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington, die AfD sei eine "Schande für Deutschland". Die AfD nutze alle Ressentiments, propagiere Fremdenfeindlichkeit und sei gegen Minderheiten.

"Ich mag sie nicht, und sie mögen mich nicht", konstatierte Schäuble. Er warf der AfD vor, in politischen Debatten Ressentiments auch gegen behinderte Menschen zu schüren. AfD-Chef Bernd Lucke sagte zu Schäubles Äußerungen: "Wir bedauern, dass der Finanzminister im Alter seine Contenance nicht mehr wahren kann."

Zuvor hatte Schäuble seine Partei bereits zu einer härteren Gangart gegenüber der AfD aufgefordert und gemahnt, sich mit den Populisten stärker auseinanderzusetzen. In einem Interview mit der Zeitung Der Tagesspiegel verglich Schäuble die AfD mit der rechtsextremen Partei Die Republikaner, die 1992 und 1996 in den Landtag von Baden-Württemberg eingezogen war. Die AfD sei eine Gruppierung, "die hemmungslos alles demagogisch missbraucht, was man missbrauchen kann", so Schäuble.