Dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) stehen einem Medienbericht zufolge bislang 117 freiwillige Helfer zur Ebola-Bekämpfung in Westafrika zur Verfügung. Das DRK sucht seit Ende September für den Betrieb eines Krankenhauses und einer Behandlungsstation im westafrikanischen Krisengebiet Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger. Aus rund 1.600 Meldungen und 350 konkreten Bewerbungen seien 117 für geeignet befunden worden, berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf DRK-Angaben. Unter ihnen seien 43 Ärzte. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) appellierte in der Zeitung an die Deutschen, sich weiterhin für einen Hilfseinsatz zu melden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat eingeräumt, dass das Ausmaß der Ebola-Epidemie in Westafrika unterschätzt wurde. Die Zeitung Bild am Sonntag zitierte den SPD-Politiker mit den Worten: "Wir alle haben die katastrophalen Folgen von Ebola unterschätzt. Jetzt beginnt die Aufholjagd. Wir werden die Epidemie besiegen und müssen jetzt entschlossen mit vereinten Kräften handeln."

Auch Europa könne und müsse noch mehr tun, sagte Steinmeier. "Wir haben darauf gedrängt, dass das Thema auf dem nächsten Treffen der Außenminister ganz oben auf der Agenda steht."

Auf dem New Yorker John F. Kennedy Airport werden Flugreisende aus von Ebola betroffenen Ländern seit Samstag nach der Ankunft auf mögliche Symptome untersucht. Nach US-Medienberichten hat damit der New Yorker Flughafen als erster von fünf großen US-Airports mit dem Screening begonnen. In den nächsten Tagen sollen die internationalen Flughäfen in Newark, Chicago O'Hare, Washington Dulles und Hartsfield-Jackson in Atlanta dem Beispiel folgen. Ähnliche Prüfungen in Deutschland sind vorerst nicht geplant.

Seit Donnerstag wird ein sudanesischer Ebola-Patient im Leipziger Klinikum Sankt Georg behandelt. Er hatte im Rahmen einer UN-Mission in Liberia gearbeitet und sich dort mit dem Ebola-Virus angesteckt. Der erste Ebola-Patient, der in Deutschland behandelt wurde, hatte nach fünf Wochen das Universitätsklinikum Eppendorf gesund verlassen. Zudem wird ein Patient in Frankfurt behandelt.

Mehr als 4.000 Tote

Seit Jahresbeginn sind in Westafrika mehr als 4.000 Menschen an Ebola gestorben. Bis zum 8. Oktober haben sich 8.399 Menschen in sieben Ländern infiziert, von denen 4.033 gestorben sind. Diese Zahlen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an diesem Freitag veröffentlicht. Mehr als jeder zweite Todesfall wurde in Liberia registriert. Die anderen beiden Seuchenschwerpunkte sind das Nachbarland Sierra Leone sowie Guinea. Vereinzelte Todesfälle gab es auch in Nigeria, Spanien und in den USA.