Angesichts der Kriege in Syrien und im Irak wächst die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland – und die Zahl der Menschen, deren Anträge auch bewilligt werden. Im dritten Quartal dieses Jahres ist 9.582 Asylsuchenden Schutz gewährt worden, die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die ZEIT ONLINE vorliegt.

Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher 25.646 Anträge auf Asyl genehmigt. Das sind deutlich mehr als in den Jahren zuvor, berichtet Spiegel Online: 2013 bewilligten die Behörden demnach 20.128 Anträge, 2012 waren es 17.140, 2011 knapp 10.000.

Die Zahl der Asylbewerber steigt seit Monaten kontinuierlich. Von Januar bis Ende September 2014 haben 136.039 Menschen Asyl in Deutschland beantragt – und damit mehr als im gesamten Jahr 2013. 

Die steigende Zahl der Anträge stellt die Behörden offenbar vor Probleme: Im Schnitt dauert es nach Angaben der Bundesregierung mittlerweile 8,4 Monate, bis über einen Antrag entschieden wird. Im vorangegangenen Quartal waren es noch 6,9 Monate gewesen. In vielen Städten und Gemeinden gibt es zudem Probleme bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen.

"Es ist unerträglich, dass sich die Asylverfahren immer weiter in die Länge ziehen", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linken, Ulla Jelpke. "Der Anteil der schutzbedürftigen Flüchtlinge ist so hoch wie nie – diese Menschen brauchen schnell aufenthaltsrechtliche Sicherheit, Anerkennung und Hilfen bei der Integration."

Der Bund hatte kürzlich zugesagt, das Bundesamt für Migration personell aufzustocken. 300 neue Stellen sollen bis Anfang nächsten Jahres besetzt werden. Asylverfahren sollten künftig schneller abgeschlossen werden können. Wenn die Voraussetzungen für ein Bleiben fehlten, sollten künftig auch Ablehnungen schneller ausgesprochen werden.