Die Bundeswehr soll vorübergehend eine Schlüsselrolle übernehmen bei dem Schutz ost- und mitteleuropäischer Nato-Mitgliedsstaaten, die sich von Russland bedroht fühlen. Wie die Zeitung Die Welt berichtet, plant die Nato, das deutsch-niederländische Korps in Münster als Hauptteil einer vorübergehenden sogenannten Speerspitze einzusetzen. Diese soll verantwortlich sein, bis die beim Nato-Gipfel beschlossene neue Krisentruppe einsatzbereit ist.

Das Konzept der schnellen Eingreiftruppe werde derzeit von der Nato entwickelt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Deutschland messe dem Projekt einen hohen Stellenwert bei. "Im Rahmen dieser Entwicklung und als klares politisches Signal unterstützen wir deshalb auch erste Erprobungen Anfang 2015, an denen wir uns beteiligen."

Wie diese Unterstützung konkret aussehen werde, sagte der Sprecher nicht. Er verwies darauf, dass Deutschland zugesagt habe, im kommenden Jahr 4.000 Soldaten für die sogenannte Nato Response Force freizustellen. Deutschland übernimmt 2015 turnusgemäß das Kommando für die Landstreitkräfte der bereits existierenden Eingreiftruppe. Geleitet wird der Einsatz dann vom deutsch-niederländischen Korps in Münster.

Die Truppen müssen sicherstellen, dass sie innerhalb von 30 Tagen weltweit einsatzbereit sind. Die sogenannte Speerspitze soll in besonderen Bedrohungslagen binnen zwei bis fünf Tagen in Einsatzbereitschaft versetzt werden können.

Die Nato kommentierte den Bericht der Welt zunächst nicht. Ein Sprecher verwies aber darauf, dass im kommenden Februar während des Nato-Verteidigungsministertreffens festgelegt werden soll, wie die Speerspitze zusammengesetzt sein solle. Die Einheiten sollen dann innerhalb eines Jahres einsatzfähig sein. Die Zwischenlösung sei "ein klares Zeichen an unsere Verbündeten im Osten und ein klares Zeichen an Russland", sagte ein Nato-Vertreter der Welt.