250 Menschen haben gegen den NPD-Bundesparteitag in Weinheim protestiert. Demonstranten umzingelten Autos und versuchten, die Zufahrt zur Stadthalle zu blockieren. Auf Transparenten der Demonstranten war zu lesen: "Keine Nazis in Weinheim" und "Für ein buntes Weinheim" oder "Schöner leben, Nazis stoppen".

Die Stadt Weinheim hatte den Rechtsextremen nach einer Gerichtsanordnung die Stadthalle überlassen müssen. Die NPD hält am Samstag und Sonntag ihren Parteitag in der nordbadischen Stadt ab. Der Erste Bürgermeister von Weinheim, Torsten Fetzner (Grüne), reagierte verärgert auf die Entscheidung des Staatsgerichtshofs: "Es erfüllt mich mit Ärger und Wut, dass wir von einem Gericht dazu gezwungen werden, unsere Stadthalle der NPD zur Verfügung zu stellen."

Der Staatsgerichtshof hatte eine vorherige Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs gekippt; dieser hatte argumentiert, die Stadthalle sei laut Stadtverwaltung zu den fraglichen Terminen für andere Veranstaltungen vergeben oder geschlossen. Die NPD will am heutigen Samstag ihre Führung neu wählen. Der derzeitige Parteichef Udo Pastörs kandidiert nicht mehr; er hat angekündigt, sich stärker um seine Familie kümmern zu wollen. Um Pastörs' Nachfolge bewirbt sich der Saarländer Frank Franz. Gegen die NPD läuft seit einigen Monaten ein Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.