Der NSA-Whistleblower Edward Snowden würde weiterhin gerne in Deutschland leben. Berichte, "die behaupteten, ich sei nicht mehr interessiert daran, nach Deutschland zu kommen, liegen falsch", teilte Snowden über seinen US-Anwalt Ben Wizner mit. Die Nachricht von Snowden ging an die deutsche Bürgerrechtsgruppe Campact, die sich für ein Asyl des Informanten in Deutschland einsetzt.

Campact hatte im Sommer die Aktion "Ein Bett für Snowden" gestartet, bei der Aktivisten und Bürger dem ehemaligen Geheimdienstler symbolisch ein Bett anboten. "Trotz des Willens einer klaren Mehrheit der Öffentlichkeit und der Verfügbarkeit von einigen Betten, wie mir berichtet wurde, ist es offenbar recht schwer, ein Visum von der Bundesregierung zu bekommen", heißt es in der Nachricht von Snowden. Auf eine mögliche Aussage vor dem NSA-Untersuchungsausschuss geht das Schreiben nicht ein.

Snowden hatte im Sommer 2013 ein Asylgesuch an Deutschland gestellt, das aus formellen Gründen abgelehnt wurde. Einen zweiten Versuch unternahm der frühere Geheimdienstmitarbeiter dann nicht mehr.

Er hatte im vergangenen Jahr die Enthüllung von Überwachungsprogramme von Nachrichtendiensten angestoßen, als er vertrauliche Unterlagen über den US-Geheimdienst NSA an Journalisten weitergab. Die USA wollen Snowden wegen Geheimnisverrats vor Gericht stellen. Snowden hat mittlerweile eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre in Russland.