Ungeklärt blieb auch, wie gut eine solche Bestätigung des Kanzleramtes die Telekom vor Schadenersatzansprüchen oder ähnlichen Problemen schützt, sollte irgendwann ein Gericht befinden, dass Eikonal doch nicht rechtmäßig war. Schließlich kann auch das Kanzleramt Gesetze nur auslegen und nicht schnell neue schaffen.

Auf die Frage, auf welcher Rechtsgrundlage die Operation Eikonal denn eigentlich betrieben worden sei, nannte L. das sogenannte Memorandum of Understanding. Das ist ein Papier, das BND und NSA mit Billigung des Kanzleramtes ausgehandelt haben. Doch ist das Abkommen geheim und seine Rechtskraft umstritten.

Zeuge L. sagte zu diesen rechtlichen Fragen nichts. Er war Techniker und beschrieb vor allem die technischen Zusammenhänge der Überwachung und welche Daten dabei wie gefiltert und durchsucht wurden. Dabei wurde deutlich, dass der BND zwar nur "wenige Hundert" E-Mails, Telefonate oder Faxe pro Jahr an die NSA weiterreichte. Dass er aber sehr viel mehr sogenannte Metadaten in die USA schickte. Wie viele genau, konnte L. nicht angeben.

Diese Metadaten hätten keinen Bezug zu Personen gehabt, versicherte er mehrfach. Allerdings basieren inzwischen alle Überwachungsmethoden auch auf eben solchen Verbindungs- oder Metadaten. Mit denen können, hat man nur genug davon gesammelt, sehr genaue Profile von Personen oder Personengruppen angelegt werden, um die Betroffenen im Netz zu finden. Bei der Frage, wie personenbezogene Informationen gelöscht wurden, blieb L. vage. Es seien "alle Datenfelder" gelöscht worden, "denen auch nur entfernt ein Personenbezug" zugeschrieben wurde. Welche Datenfelder übrig blieben und wie BND und NSA von diesen profitierten, sagte er nicht.