Die Thüringer CDU hatte offenbar konkrete Pläne für einen Pakt mit der AfD, um den ersten linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu verhindern. Laut einem Bericht des Spiegel behauptete der CDU-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Mike Mohring, er habe eine Kampfkandidatur gegen Ramelow mit den Stimmen der AfD sogar mit Bundeskanzlerin Merkel besprochen.

Demnach sprach Mohring vor einigen Wochen auf einem Treffen der Unionsvorsitzenden aus den Ländern mit Merkel über Möglichkeiten, die Wahl Ramelows zum Ministerpräsidenten noch zu verhindern. Die Kanzlerin habe Mohring gesagt, er solle aufpassen, "dass der Ramelow nicht noch die AfD einkauft". Daraus habe Mohring geschlossen, dass es für die Kanzlerin in Ordnung sei, wenn die CDU die AfD "einkaufe".


Auf einem Treffen Anfang November habe Mohring seine Fraktion von der Zustimmung Merkels unterrichtet und Gespräche mit der AfD angekündigt, heißt es in dem Bericht. Mohring habe geplant, im dritten Wahlgang gegen Bodo Ramelow anzutreten, sofern er sich der Stimmen von CDU und AfD sicher sein könne. "Die CDU muss stehen und die AfD muss stehen. Also wenn, muss ich mit 45 Stimmen da rausgehen", zitiert ihn der Spiegel.

Auch die AfD bestätigte gegenüber dem Magazin konkrete Kontakte zwischen den Fraktionsspitzen. Es habe Treffen und regelmäßige Telefonate gegeben, in denen Mohring gesagt habe, dass er von der "Merkel-Tauber-Doktrin einer totalen Blockade gegen die AfD" wenig halte.

Sollten die Gespräche in der beschrieben Form stattgefunden haben, wären sie ein direkter Verstoß gegen einen Beschluss des CDU-Präsidiums, dem auch Mohring angehört. In dem Beschluss werden Koalition und Kooperation mit der AfD ausgeschlossen.