Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat sich erstmals zu seinem mutmaßlichen Informanten aus dem Bundestag geäußert. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann habe ihn über die Ermittlungen des Bundeskriminalamts (BKA) gegen ihn informiert, sagte Edathy dem stern

Edathy hatte frühzeitig erfahren, dass dem BKA eine Liste deutscher Kunden vorlag, die bei einer kanadischen Firma Bilder oder Filme nackter Minderjähriger bestellt hatten. Auf dieser Liste stand auch Sebastian Edathy.

Hartmann habe ihm am Rande des SPD-Parteitags in Leipzig im November 2013 in einem persönlichen Gespräch über die Erkenntnisse des BKA informiert. Er habe ihm auch gesagt, dass gegenwärtig in Deutschland geprüft werde, ob das von ihm bestellte Material hierzulande strafbar sei, sagte Edathy, der seine Aussagen gegenüber dem Magazin mit einer Eidesstattlichen Versicherung untermauerte.

Der SPD-Innenpolitiker Hartmann, der im Sommer mit dem Geständnis, Crystal Meth konsumiert zu haben, in die Schlagzeilen geriet, habe seine Informationen vom damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke erhalten.

Hartmann wollte sich "aus Respekt vor der Arbeit des Untersuchungsausschusses, von dem ich wahrscheinlich als Zeuge geladen werde", gegenüber dem stern nicht zu den Vorwürfen äußern. Der frühere BKA-Präsident Ziercke ließ den angeblichen informellen Kontakt zu Hartmann über einen BKA-Sprecher dementieren. 

Am Donnerstag wird Edathy im Untersuchungsausschuss als Zeuge auftreten.