Im NSA-Untersuchungsausschuss hat der ehemalige Chef der Deutschen Telekom, Kai-Uwe Ricke, offengelassen, ob die Telekom dem Bundesnachrichtendienst (BND) vertraglich erlaubt hat, umfangreich Daten zu erfassen. Er kenne keinen entsprechenden Vertrag, sagte Ricke. Auch eine Bescheinigung des Kanzleramts kenne er nicht, die die Zusammenarbeit als gesetzlich unbedenklich ausgewiesen habe. Er sagte, er habe zwar den damaligen BND-Präsidenten August Hanning getroffen, doch das sei ein reines Kennenlerntreffen und ihm lästig gewesen.

Zuvor hatte der BND-Projektleiter für die "Operation Eikonal" ausgesagt, der Vertrag zwischen BND und Netzbetreiber sei geschlossen worden, nachdem das Kanzleramt die Rechtmäßigkeit festgestellt hatte. Indirekt bestätigte der BND-Zeuge Berichte, dass es sich bei dem Unternehmen um die Deutsche Telekom handelte.

Der BND schöpfte bei der "Operation Eikonal" ab 2004 massiv Daten in Deutschland ab. Bevor die Daten an die NSA übergeben wurden, wurden diese automatisch am bayerischen BND/NSA-Stützpunkt Bad Aibling gefiltert, da Daten von deutschen Bürger nicht an die US-Amerikaner gegeben werden durften. Wegen Lücken im Filter seien im Zweifelsfall die Daten nicht weitergeleitet worden, weshalb nur wenige Hundert Meldungen pro Jahr für die NSA übriggeblieben seien. Laut dem BND-Zeugen wurde das Projekt eingestellt als "die Amerikaner gesehen haben, dass wir für sie nicht mehr würden rausholen können".