Der CDU-Politiker und frühere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht ist tot. Das teilte seine Tochter, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, bei einem Truppenbesuch in Afghanistan mit. Er sei am Samstag gestorben. Albrecht wurde 84 Jahre alt.

Von der Leyen sagte in einer Rede vor Soldaten im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif, sie habe von dem Tod ihres Vaters vor einer Stunde erfahren. Sie entschuldigte sich bei den Soldaten, dass sie deswegen nicht an der geplanten gemeinsamen Weihnachtsfeier teilnehmen könne. "Mein Vater hat ein sehr erfülltes, langes Leben gehabt, er hat nicht leiden müssen. Er ist ganz schnell und ganz friedlich gestorben. Insofern bin ich heute eher von Dankbarkeit als von Trauer erfüllt."

Von der Leyen hatte 2008 öffentlich gemacht, dass Albrecht schwer krank sei, er leide an Alzheimer. Sie war mit ihrer Familie auf das Anwesen ihres verwitweten Vaters bei Hannover gezogen. 

Albrecht war von 1976 bis 1990 Ministerpräsident von Niedersachsen. Die Wahl 1990 verlor er gegen Gerhard Schröder, den späteren Bundeskanzler. Nach der Wahlniederlage teilte Albrecht damals seinen Abschied von der Politik mit.

1977 hatte Albrecht Gorleben als mögliches atomares Endlager vorgeschlagen. Der Widerstand gegen die Endlagerpläne begann ebenfalls 1977. Erst 2011 einigten sich Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung darauf, dass bundesweit nach einem Endlager gesucht werden soll. 2012 versuchten die Grünen, Albrecht vor den Gorleben-Untersuchungsausschuss zu laden, von der Leyen lehnte das damals mit Verweis auf die Erkrankung ihres Vaters ab.