An der Elbe dann blockieren die Gegendemonstranten den Weg, alles bleibt stehen, und es findet sich dann doch noch jemand, der reden will. Karl-Heinz, 68 Jahre alt, ärgert sich, dass er hier steht und nicht die Muslime. "Ich will die hier sehen, wenn es angeblich nicht islamisch ist, was der IS in Syrien macht." Jeden Montag ein muslimischer Spaziergang gegen islamistischen Terror, das wünscht er sich.

Karl-Heinz, graue Haare und randlose Brille, der seinen Nachnamen nicht nennen will, ärgert sich auch über Wirtschaftsflüchtlinge. "Wer wirklich leidet, die Syrer, die können ja gerne kommen, aber es war doch ein Fehler, für alle die Grenze zu öffnen, die arm sind." Offene Grenzen für Arme? Laut Asylgesetz  dürfen Menschen doch nur dann hier bleiben, wenn sie aus politischen oder humanitären Gründen verfolgt werden.

"Jaja", sagt Karl-Heinz, "das ist ja auch gut so, aber dass hier auch welche versorgt werden, auch mit Gesundheitsversorgung und allem, die gar nicht eingezahlt haben, das geht doch nicht." Sie meinen die Asylbewerber? Aber die werden doch nur so lange versorgt, wie ihr Verfahren läuft und bis also festgestellt ist, ob sie einen Asylgrund haben oder wirklich nur wegen des Geldes hier sind. Was wollen Sie denn nun von der Politik genau? 

Da sagt Karl-Heinz: "Ich bin der Meinung, das könnte schneller gehen. Das erkennt man doch schneller, warum jemand hier ist. Da setzt man die halt mal zum Psychologen." Also demonstriert er heute letztlich dafür, dass der Staat mehr Psychologen zur Behandlung der Asylverfahren einstellt? 

"Natürlich ist das rechts hier"

Karl-Heinz grummelt die Frage weg und sagt: "Natürlich ist das rechts hier, ich würde mich schon als rechts bezeichnen, nur bloß nicht als rechtsradikal." Er ist jetzt in Fahrt. "Also das ist doch was anderes, das ist ja fürchterlich.Wie kann man dem entkommen, ohne das man gleich als Nazi beschimpft wird." Niemand hat Karl-Heinz als Nazi beschimpft.

Er hat übrigens eine Enkelin, die lebt in Berlin "und die sagt, ja, sollen sie doch kommen, immer mehr Ausländer sollen zu uns kommen, der können das gar nicht genug Ausländer sein". Man sieht Karl-Heinz an, dass er seine Enkelin nicht versteht. "Heute stünde die bestimmt da drüben", sagt er und deutet mit dem Finger hoch auf die Promenade, wo die jungen Linken zu ihm herunterschimpfen.

Irgendwann dreht der Pegida-Zug einfach um. Sie haben es nicht bis in die Altstadt geschafft, die Gegendemonstranten feiern das als Erfolg, so wie die Pegida-Läufer sich als die Sieger fühlen, weil sie heute eindeutig die friedlicheren waren. Dann geht das Volk, linkes wie rechtes, nach Hause. Bis nächste Woche.