Linkspartei, SPD und Grüne in Thüringen haben den Koalitionsvertrag für eine gemeinsame Landesregierung unterzeichnet. Am Freitag soll Bodo Ramelow (Linke) zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die drei Parteien haben im Erfurter Landtag nur eine Mehrheit von einer Stimme. Ramelow wäre der erste Ministerpräsident der Linkspartei in der Geschichte der Bundesrepublik.

Gegner der rot-rot-grünen Koalition haben angekündigt, am Donnerstagabend vor dem Erfurter Landtag zu demonstrieren. Sie wollen ihren Ärger darüber ausdrücken, dass ein Linkspartei-Politiker Ministerpräsident werden soll. Die Linke ist die Nachfolge-Partei der PDS, die wiederum aus der SED hervorgegangen war.  

CDU-Fraktionschef Mike Mohring sagte, er rechne mit mehreren Wahlgängen. Das CDU-Präsidium hält sich offen, nach dem ersten Wahlgang einen Gegenkandidaten aufzustellen. Als oberstes Ziel nannte Mohring, die Wahl Ramelows zu verhindern.

Falls Ramelow nicht alle Stimmen von Linken, SPD und Grünen erhalten sollte, könnte die CDU kurzfristig einen parteilosen Kandidaten für den dritten Wahlgang nominieren. In diesem Fall entscheidet eine einfache Mehrheit der Stimmen.

Die AfD hat zugesichert, einen parteilosen Kandidaten zu wählen. Der Umgang mit der AfD ist ein zentraler Streitpunkt in der Thüringer CDU. Eine Koalition mit der AfD schloss Mohring aus. Sollte Ramelow scheitern, sollten SPD und Grüne erneut überlegen, ob sie nicht mit der Union koalieren wollten.