Jetzt also doch: CSU-Chef Horst Seehofer will seine politische Karriere definitiv beenden, wenn auch erst 2018. Bei den dann anstehenden Landtagswahlen werde er nicht mehr für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren, sagte Seehofer am Mittwoch der Welt.

Und um alle Unklarheiten zu beseitigen, fügte er bei seiner Ankunft in Wildbad Kreuth, wo die Landesgruppe der CSU-Bundestagsabgeordneten am Mittwoch zu ihrer jährlichen Klausurtagung zusammenkam, noch hinzu, dass er selbstverständlich auch den CSU-Vorsitz aufgeben werde.

Einen Neuigkeitswert wollte Seehofer in dieser Nachricht nicht erkennen. Und damit hat er nicht ganz Unrecht. Schließlich hatte er bereits 2012 angekündigt, dass diese Legislaturperiode seine letzte als Ministerpräsident sein solle. Allerdings hatte er selbst zuletzt den Eindruck erweckt, dass er sich die Sache wohlmöglich noch einmal anders überlegt habe.

In einem Interview mit dem Spiegel hatte er im Herbst gesagt, wenn der CSU kein geordneter Übergang an der Führungsspitze gelingen werde, wisse er was er zu tun habe. Dies war vielfach so verstanden worden, als wolle er dann wohlmöglich selbst im Amt bleiben. Und Seehofer war diesen Spekulationen zumindest nicht entgegengetreten.

Dahinter kommt er nicht zurück

Das hat er jetzt nachgeholt. Und weil er es in aller Klarheit getan hat, scheint zumindest festzustehen, dass selbst ein Seehofer, der für seine politischen Kehrtwenden bekannt ist, die aktuelle Ankündigung, 2018 nun wirklich abzutreten, nicht mehr revidieren kann.

Der Ausstieg, den Seehofer plant, ist freilich ein Abschied auf Raten. 2015 will er sich zunächst noch mal zum Parteichef wählen lassen. Erst 2016/17 solle dann die Nachfolgefrage geklärt werden, hatte Seehofer bereits vor einiger Zeit angekündigt. Ob das nur für die Spitzenkandidatur oder auch für den CSU-Vorsitz gilt beziehungsweise wann er den abzugeben gedenkt, ließ er auch diesmal weiter offen. 

Keine neue Nachfolgerdebatte

Dass die Nachfolgediskussion nach Seehofers Klarstellung nun mit neuer Wucht losbrechen könnte, wird in der Partei allerdings nicht erwartet. Auf der Klausurtagung in Wildbad Kreuth dürfte es nach dem Anschlag in Frankreich ohnehin Wichtigeres zu besprechen geben. Schließlich stellt das Attentat die Abgeordneten mit neuer Dringlichkeit vor die Frage, wie sie künftig mit islamkritischen Bewegungen wie Pegida oder der AfD umgehen wollen. In dieser Frage hatte sich die Partei zuletzt auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entzweit. Bei seiner Ankunft gab Seehofer allerdings erst mal die schlichte Parole aus, über diese Strömungen am besten gar nicht mehr zu reden.

Darüber hinaus weiß die CSU aber natürlich, dass ihr eine anderthalbjährige Personaldiskussion nur schaden kann. Auch die Nachfolge-Aspiranten selbst dürften wenig Interesse daran haben, ihre Ansprüche vorzeitig anzumelden. Alle setzen vielmehr darauf, dass ihnen die Zeit bis zur tatsächlichen Entscheidung weitere Möglichkeiten zur Profilierung bietet.