Der im Juli 2014 beim Bundesnachrichtendienst (BND) enttarnte Spion hat einem Medienbericht zufolge eine Namensliste mit Klar- und Decknamen von 3.500 BND-Agenten entwendet. Diese seien für die Abteilung "EA-Einsatzgebiete/ Auslandsbeziehungen" tätig gewesen, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die als streng geheim eingestufte Liste gebe den Stand der Agenten-Namen der Abteilung zum Jahresende 2011 wieder. Es sei noch unklar, ob der aufgeflogene Spion die Liste an einen anderen Geheimdienst verkauft habe, so die Zeitung.

Dem Bericht zufolge hatte der Mann die Namensliste zu Hause auf einer privaten Festplatte gespeichert, die bei einer Durchsuchung im Sommer sichergestellt wurde. Der Datenträger sei erst jetzt systematisch ausgewertet worden. Dem Spion wird vorgeworfen, innerhalb von zwei Jahren 218 Dokumente an US-Geheimdienstler verkauft zu haben.

Der 31-Jährige Verdächtige arbeitete in der Registratur der Abteilung "Einsatzgebiete Ausland".  Der mutmaßliche Spitzel flog durch eine unverschlüsselte E-Mail von einem Google-Mail-Konto auf. Ende Mai hatte er eine Nachricht an das russische Generalkonsulat in München geschickt und sich dort ebenfalls als Zuträger angeboten. Er wurde festgenommen; die Bundesanwaltschaft will seinen mentalen Zustand überprüfen lassen.

Der Bundesnachrichtendienst beschäftigt nach eigenen Angaben rund
6.500 hauptamtliche Mitarbeiter. Die Abteilung EA versorgt demnach
unter anderem die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen mit Informationen
zum Schutz deutscher und alliierter Soldaten.