Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge ist einem hohen Mitarbeiter der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung am Flughafen von Moskau die Einreise verweigert worden. Thomas Schneider, dem Leiter des Projekts "EU-Russland-Dialog", wurde am Mittwoch bei einer Passkontrolle in Russland mitgeteilt, dass er mit einem Einreiseverbot bis 2020 belegt worden sei. Gründe seien Schneider demnach nicht genannt worden. 

Erst im September vergangenen Jahres war Rebecca Harms, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Europäischen Parlament, die Einreise nach Russland verweigert worden. Trotz ihres Diplomatenpasses wurde sie am Moskauer Flughafen drei Stunden lang festgehalten, bis ihr erklärt wurde, dass sie eine "unerwünschte Person" sei. Die Grünen-Politikerin wollte einem Prozess gegen eine wegen Spionage angeklagte Ukrainerin als Beobachterin beiwohnen. Im Fall Harms wurde vermutet, dass es sich um eine Reaktion auf Einreiseverbote handeln könnte, welche die EU im Zuge der Ukraine-Krise verhängt hatte.

Ob es sich auch im Fall Schneider um eine Antwort auf die europäischen Sanktionen gegen Russland handelt, ist unklar. Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, sagte der FAZ: "Der Vorfall ist besorgniserregend. Wir erwarten von der russischen Seite eine Aufklärung, was sie zu diesem ungewöhnlichen und kritikwürdigen Verhalten veranlasst hat."

Schneider wollte für das Projekt "EU-Russland-Dialog" zu einer von ihm mitorganisierten Konferenz in Moskau reisen. Das Projekt soll sich mit dem Jugendaustausch über "Grenzen" und "Hürden" hinweg befassen.