Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sieht eine "gewisse Entspannung" bei den Asylbewerberzahlen aus dem Kosovo. Derzeit kämen täglich weniger als 200 Kosovaren nach Deutschland, sagte Behördenpräsident Manfred Schmidt in Berlin. Vor vier Wochen seien es jeden Tag noch 1.400 gewesen. "Es sieht so aus, als hätten wir einen Rückgang erreicht", sagte Schmidt.

Die Zahl der Asylbewerber aus dem Kosovo war in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen. Allein im Januar stellten 3.630 Menschen aus dem Kosovo einen Asylantrag – das waren fast 50 Prozent aller Asylanträge im Jahr 2014. Nur aus Syrien beantragten mehr Menschen Schutz vor Verfolgung. Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Deutschland zeigten sich überfordert.

Die Bundesregierung hatte daraufhin 20 Bundespolizisten an die ungarisch-serbische Grenze geschickt, um dort den massenhaften Grenzübertritt von Kosovaren in die EU einzudämmen. Das Bundesamt führte für Asylanträge aus dem Balkanstaat Eilverfahren ein. 

"Kriminelle Strukturen dahinter"

Der Bund bemühte sich außerdem, im Kosovo über die geringen Asylchancen in der Bundesrepublik aufzuklären. Bis auf einzelne Ausnahmen werden die Asylgesuche von Kosovaren abgelehnt, weil die Behörden Bürger von dort nicht als politisch verfolgt ansehen.

Es scheine so, als hätten die eingeleiteten Schritte gewirkt, sagte BAMF-Präsident Schmidt. "Es sieht aber auch so aus, als wären kriminelle Strukturen dahinter. Da wird in ganzen Regionen das Eigentum speziellen Organisationen übertragen."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) trifft am heutigen Mittwoch seinen kosovarischen Amtskollegen Skënder Hyseni in Berlin. Bei dem Gespräch soll es auch um das Thema Flüchtlinge gehen.