Die Bundesregierung will in drei Wochen mit den Bundesländern über den Streit bei den Kosten der Flüchtlingsunterbringung sprechen. An dem Treffen auf "höchster politischer Ebene" am 8. Mai im Kanzleramt werden Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Innenminister Thomas de Maizière und Kanzleramtschef Peter Altmaier (beide CDU) teilnehmen, kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert an. Auch "Vertreter mehrerer Bundesländer" sollen nach Berlin kommen. Thema sollen "alle derzeit dringenden Fragen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingszustrom" sein, so Seibert.

Die Länder fühlen sich unter anderem finanziell mit der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen überfordert. Die Ministerpräsidentenkonferenz und auch SPD-Chef Gabriel hatten eine höhere Beteiligung des Bundes an den Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge und deren Integration gefordert. Bundesinnenminister de Maizière hatte die Forderung der Länder noch Ende März zurückgewiesen. "Es ist noch nicht einmal vier Monate her, dass der Bund für diesen Zweck für dieses und kommendes Jahr je 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat und die Länder das akzeptiert haben", hatte er dem Tagesspiegel gesagt.

Bisher hat die Bundesregierung für dieses und das kommende Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich für die Flüchtlingsversorgung zugesagt. Die steigenden Flüchtlings- und Asylbewerberzahlen stellten den Bund, die Länder und die Gemeinden "vor große Herausforderungen", sagte Seibert.

Das Bundesamt für Migration erwartet für dieses Jahr 300.000 Asylanträge. Das wäre eine Zunahme um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten drei Monaten 2015 hatten sich die Asylzahlen allerdings im Vergleich zu 2014 verdoppelt.