Linksfraktionschef Gregor Gysi hat eine Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin am G-7-Gipfel im Juni gefordert. "Da es keine Krisenlösung ohne Russland gibt, muss man natürlich aus G 7 wieder G 8 machen", sagte Gysi der Deutschen Presseagentur. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Putin nach Schloss Elmau in Oberbayern einzuladen: "Eine Isolierung Russlands bringt nichts, schadet nur."

Putin habe in den Atom-Verhandlungen mit dem Iran und bei der Vernichtung der syrischen Chemiewaffen eine positive Rolle gespielt, sagte Gysi: "Er ist und bleibt natürlich eine wichtige Person im gesamten internationalen Gefilde. Wir können uns ja nicht aussuchen, wer Staatschef in Russland ist."

Russland war im März 2014 nach der Annexion der Krim aus der Gruppe acht wichtiger Industrienationen ausgeschlossen worden. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der G 7. Am 14. und 15. April findet in Lübeck das Außenministertreffen statt, am 7. und 8. Juni das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs auf Schloss Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen.

Gysi forderte die G 7 auf, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu mildern: "Sie müssen dazu übergehen, sie abzubauen, um Russland wirklich wieder ins Boot zu bekommen für etwas, das uns fehlt, nämlich eine funktionierende Weltpolitik." Käme sie doch zustande, habe sie meist negative Folgen. Der G 7 gehören die USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Japan und Kanada an.

"Friedenskonferenz unter Leitung Gorbatschows"

Im Ukraine-Konflikt schlägt Gysi eine vermittelnde Rolle des früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow vor: "Ich halte die Idee einer Friedenskonferenz unter Leitung Gorbatschows für gut. Ich finde er ist jetzt in einem Alter, in dem man ihm zutrauen kann, sowohl die russischen als auch die ukrainischen Interessen zu berücksichtigen." Bei einer Friedenskonferenz müsste es im Kern um eine Sache gehen: "Welche Ordnung schaffen wir nach dem Kalten Krieg. Es darf nicht mehr um Einflusssphären gehen."

Gysi reagierte mit diesem Vorschlag auf eine Forderung des linken Flügels seiner Partei aus einem Antrag für den Parteitag im Juni. Er unterstützte aber nicht den gesamten Antrag, in dem auch die Auflösung der Nato als zentrales Ziel genannt wird.