Mehrere Abgeordnete des bayerischen Landtags haben sich vom Hotelchef von Schloss Elmau – Austragungsort des G-7-Gipfels – einladen lassen. Das sorgt im Münchner Landtag für Diskussionen. Der Grund: Hotelier Dietmar Müller-Elmau hofft auf bis zu drei Millionen Euro Staatsgeld für den gipfelbedingten Umbau seines Schlosshotels – und darüber entscheidet unter anderem der Landtag.

Zu der "exklusiven Besichtigung" mit anschließendem Abendessen reisten zu Wochenbeginn nach Informationen der dpa unter anderem Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU), Freie-Wähler-Fraktionschef Hubert Aiwanger, FW-Finanzexperte Bernhard Pohl sowie vier weitere CSU-Abgeordnete. Ebenfalls dabei waren mehrere Landräte.  

Auf Schloss Elmau findet am 7. und 8. Juni das Treffen der sieben Staats- und Regierungschefs führender westlicher Industrienationen statt.

Müller-Elmau bot auch die Möglichkeit zur Übernachtung in den Suiten des nagelneuen Elmau Retreats, zum Preis von 150 Euro. Dort werden im Juni auch die Staatsgäste schlafen. Im Normaltarif koste die Übernachtung in den Suiten um die 1.000 Euro, heißt es im Landtag

Kollektiv ausgeschlagen wurden Essen und Übernachtungen von SPD und Grünen. "So etwas geht gar nicht", sagt Grünen-Finanzpolitiker Thomas Mütze. "Das hat ein Geschmäckle." Bei der SPD empfahl die Fraktionsspitze, die Einladung nicht anzunehmen. Bei den Freien Wählern gab es keine Bedenken. 

Geldfreigabe hängt an Gutachten

Aufseiten der CSU lehnten zwar einige Eingeladene höflich ab, darunter Fraktionschef Thomas Kreuzer und Peter Winter, der Chef des Haushaltsausschusses, aber nicht alle. Neben Landtagsvizeprädient Bocklet reisten vier weitere CSU-Politiker nach Elmau. Bocklet sagte hinterher, er sehe "darin keinen Verstoß gegen irgendwelche Regeln". Die Abgeordneten wollten sich nach seinen Angaben darüber informieren, wofür die staatlichen Gelder ausgegeben werden sollen. 

Die von der Landesregierung versprochenen Millionen für den Hotelumbau sind noch nicht voll ausgezahlt. Ein Gutachter wacht darüber, dass Müller-Elmau tatsächlich nur gipfelbedingte Baumaßnahmen abrechnet. "Das Gutachten liegt noch nicht vor, und wie viel Geld Herr Müller-Elmau bekommt, steht noch nicht fest", sagt Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU).

Das Hotel jedenfalls bewertet die Veranstaltung positiv: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass alle Gäste die Besichtigung des Hauses und die intensiven Gespräche sehr wertvoll empfunden haben", sagte eine Sprecherin.