Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat deutliche Verbesserungen für Erzieher und Kinderpfleger bei den laufenden Tarifverhandlungen mit den Kommunen gefordert. "Wir müssen langfristig die Löhne der Erzieherinnen und Erzieher auf das Niveau von Grundschullehrern anheben", sagte Schwesig. Allerdings werde man einen solchen Gehaltssprung nicht mit einem Mal schaffen. Zugleich sagte sie, die Betreuung von Kleinkindern habe deutlich mehr Wertschätzung verdient. 

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die mehr als 220.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst eine höhere Eingruppierung und damit im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent.

Ver.di begründet die Forderungen mit den gestiegenen pädagogischen Anforderungen im Sozial- und Erziehungsdienst. Erzieher müssten Bildungspläne für jedes Kind aufstellen, Eltern- und Integrationsarbeit leisten. Diese gestiegene Verantwortung müsse sich auch in der Entlohnung widerspiegeln.

Die Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnen eine pauschale Erhöhung der Löhne ab. Die Forderung summiere sich für Kommunen auf Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Bis Mitte Mai sind eine Reihe weiterer Verhandlungsrunden geplant.