Die AfD-Landesverbände von Sachsen und Thüringen stellen sich laut einem Bericht des MDR der Weckruf-Initiative von Parteichef Bernd Lucke entgegen. Der sächsische Landesverband der Co-Bundesvorsitzenden Frauke Petry teilte mit, man habe eine Unvereinbarkeitserklärung mit Weckruf 2015 beschlossen. Unterzeichner von Luckes Aufruf könnten ab sofort nicht mehr Mitglied im AfD-Landesverband Sachsen sein.

Ein entsprechender Beschluss im Landesvorstand fiel einstimmig, sagte Generalsekretär Uwe Wurlitzer: "Diese Initiative fügt aus unserer Sicht der AfD Schaden zu, da sie die Gefahr einer Spaltung der Partei in sich birgt."

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke sagte dem MDR, auch er strebe einen Beschluss an, der es den Mitgliedern des Landesverbandes verbiete, in Luckes Verein einzutreten. An eine Versöhnung mit Lucke glaube er nicht. Der AfD-Vorstand hatte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Höcke eingeleitet; Anlass ist seine Äußerung, man könne nicht jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen.

Die Parlamentarische Geschäftsführerin der AfD-Delegation im EU-Parlament, Beatrix von Storch, forderte Lucke nach dem Vorstandsbeschluss des sächsischen Landesverbandes zum sofortigen Rücktritt auf. Lucke verletze "seine Treupflichten als Bundesvorstand auf gravierende Weise, wenn er seine neue Partei weiter aufbaut, solange er im Amt ist".

Der Co-Vorsitzende Konrad Adam verwies darauf, dass der Bundesvorstand die Gründung von Luckes Weckruf mehrheitlich missbilligt hat. Das sei deutlich genug, sagte Adam. Über die künftige Führung der AfD werde der Bundesparteitag Mitte Juni in Kassel entscheiden.

Lucke sagte vor einem Gespräch mit der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag am Freitag: "Ich würde nicht in eine Partei eintreten, die sich vorrangig oder ausschließlich mit Themen wie Zuwanderung und Asyl und Islam und Migration befasst." Damit stellte er sich gegen Brandenburgs Landeschef Alexander Gauland, der mit seiner Fraktion im Landtag gegen den Bau von Asylbewerberheimen und Zuwanderung eintritt.

In Thüringen verlor die AfD-Fraktion einen weiteren Abgeordneten. Der zuvor von der AfD mit einer Strafe belegte Parlamentarier Oskar Helmerich verlässt die Fraktion, will aber sein Mandat behalten. Er gilt als Kritiker von Fraktionschef Höcke, der ein Widersacher Luckes ist. Helmerich war von Fraktionssitzungen der AfD ausgeschlossen worden. Im April war Siegfried Gentele aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen worden.