Das Verteidigungsministerium bereitet in Zusammenarbeit mit der französischen Regierung die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers vor. Das geht aus einem Schreiben von Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel an den Wehrausschuss des Bundestages hervor. Die Nutzungsdauer des Leopard 2 endet demnach um das Jahr 2030.

"Dazu wurden bereits im Rahmen einer deutsch-französischen Kooperation Fähigkeitsforderungen an ein Nachfolgesystem hergeleitet und abgestimmt", heißt es in dem Schreiben. Darauf aufbauend sollten bis 2018 in gemeinsamen Studien unter Einbeziehung der deutschen Industrie Technologien und Konzepte untersucht werden.

Ob der Leopard 2 weiterentwickelt oder ein komplett neues Kampfsystem entwickelt werden soll, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Das Heer der Bundeswehr nutzt den Leopard 2 seit 1979, außer in Deutschland ist der Kampfpanzer in 18 weiteren Streitkräften im Einsatz. Hersteller des Leopard 2 ist der deutsche Konzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW), der im Juli mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter fusionieren soll. Zusammen kommen die Firmen auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro und mehr als 6.000 Mitarbeiter.

Weiteres Aufrüstungsprojekt unter Von der Leyen

Die Ankündigung des neuen Waffensystems passt in die Strategie der Aufrüstung, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besonders seit der Eskalation der Ukraine-Krise betreibt. Unter von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière hatte die Bundesregierung als Teil der Bundeswehrreform 2011 noch die Reduzierung der Leopard2-Flotte auf 225 beschlossen. Von der Leyen nahm nach Amtsantritt zentrale Teile der Reform zurück. Im April ordnete sie den Rückkauf von 100 bereits ausgemusterten Leopard 2 an. Die im Zuge der Bundeswehrreform beschlossene Obergrenze von 225 Leopard-2-Panzern wurde auf 328 erhöht.

Im November 2014 hatte Von der Leyen zudem eine Aufstockung der Transportpanzer Boxer angeordnet. Für 620 Millionen Euro sollen 131 zusätzliche Exemplare für das Heer gekauft werden. Statt der bisher geplanten 272 Boxer soll die Bundeswehr spätestens im Jahr 2020 insgesamt 403 haben. Als Grund vermuteten Experten die Krise in der Ukraine und die damit verbundene strategische Neuausrichtung der Nato.

Die Grünen halten das neue Panzer-Entwicklungsprojekt für verfrüht. "Frau Von der Leyen prescht mal wieder nach vorne und setzt vorschnell auf immer mehr und neue Panzer. Das ist die Logik des Kalten Krieges und nicht der internationalen Verantwortung", sagte Verteidigungsexpertin Agnieszka Brugger. Zuerst müsse das neue Weißbuch zu den Zielen der deutschen Sicherheitspolitik abgewartet werden, das im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll.

Der Grünen-Rüstungsexperte Tobias Lindner sagte: "Ursula von der Leyen macht hier den zweiten Schritt vor dem ersten."