Flüchtlinge sollten aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig sofort nach ihrer Ankunft arbeiten dürfen. Es sei falsch, auf eine Entscheidung im Asylverfahren zu warten, schrieb der SPD-Politiker für die Kieler Nachrichten. Sein Ziel sei eine Integration vom ersten Tag an. "Wenn Flüchtlinge sich einbringen können, bringt das nicht nur sie selbst voran, sondern auch unser Gemeinwohl."

Weiter schrieb er, selbst wenn ein Asylsuchender später zurückkehren müsse oder wolle, gehe er mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder zusätzlichen Fähigkeiten zurück, um seine alte Heimat mit aufzubauen. Gleich nach der Ankunft in Deutschland sollten Kompetenzen, Abschlüsse und Berufserfahrung erfasst werden.

Bund und Länder wollen kommende Woche erneut bei einem Spitzentreffen in Berlin über den Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen beraten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich dazu am Donnerstagabend mit allen Ministerpräsidenten zusammensetzen.

Einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge dauert ein Asylverfahren derzeit im Schnitt rund sieben Monate. Die lange Wartezeit würde die Eingliederung in den Arbeitsmarkt deutlich erschweren. Zuletzt hatten auch Wirtschaftsverbände den Wunsch geäußert, Flüchtlinge schneller einstellen zu können.