Bayerns Innenmister Joachim Herrmann hält Klagen über zu starke Beschränkungen für Demonstranten beim G-7-Gipfel für unberechtigt. "Bayern hat knapp über 70.000 Quadratkilometer. Nur vier davon sind für Demonstranten gesperrt", sagte der CSU-Politiker der Passauer Neuen Presse. "Da kann niemand von einer zu großen Einschränkung sprechen." Es herrsche Demonstrationsfreiheit. "Sie endet nur aufgrund von Terrorismusgefahr am Sicherheitsbereich. Das muss jeder einsehen", sagte er.

Auf Schloss Elmau in Bayern treffen sich am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs von sieben großen Industriestaaten. Zum Schutz sind mehr als 20.000 Beamte im Einsatz.

Am Freitag hatte das Verwaltungsgericht München entschieden, dass lediglich 50 G-7-Gegner am Sonntag "in Hör- und Sichtweite" des Treffens auf Schloss Elmau demonstrieren dürfen. Ansonsten wies das Gericht die Klage der Globalisierungskritiker gegen Beschränkungen für ihren Sternmarsch am Sonntag ab.  

Polizei will rasch eingreifen

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat in der Debatte um die hohen Kosten des G-7-Gipfels die Kritik an das Lager der Demonstranten zurückgewiesen. "Nicht wir als Polizei verursachen die hohen Kosten für die Sicherheit des Gipfels. Das verdanken wir jenen Idioten unter den Demonstranten, die nur auf Krawall und Gewalt aus sind", sagte Wendt der Rheinischen Post. Die Erfahrungen beim G-8-Gipfel in Heiligendamm im Jahr 2007 hätten zu einem Konzept geführt, in das nun alle  Eventualitäten einbezogen worden seien, sagte der Gewerkschaftschef.

Der Diskussion um andere, besser geeignete Orte erteilte Wendt eine Absage. "Ein solcher Gipfel muss an jedem Ort in Deutschland stattfinden dürfen", sagte Wendt der Rheinischen Post. Zum erwarteten Verlauf zeigte er sich zuversichtlich. Die Polizei habe sich eineinhalb Jahre gut vorbereiten können. Die bayerischen Einsatzkräfte hätten bereits deutlich gemacht, dass sie schnell eingreifen würden. "Die Polizei wird nicht warten, bis sich Chaoten vermummen und Steine werfen", sagte Wendt.

In den Abendstunden vergrößerte sich das Protestcamp der Gipfelgegner. Ein Landwirt erlaubte den Demonstranten, auf einer benachbarten Wiese weitere Zelte aufzuschlagen, wie das Bündnis Stop G7 Elmau über Twitter mitteilte. Ein Sprecher sagte, inzwischen seien schätzungsweise gut 1.000 Menschen vor Ort. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs sieben führender Industrienationen im Schloss Elmau beginnt am Sonntag und dauert bis Montag. 

Vor Beginn des G7-Gipfels am Sonntag blieb es im bayerischen Garmisch-Partenkirchen in den Morgenstunden des Samstag ruhig. "Auf den Straßen in und um Garmisch gibt es keine besonderen Vorkommnisse", sagte eine Sprecherin der Polizei am Samstag. Hunderte G7-Gegner waren noch am Freitagabend durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei habe die nicht angemeldete Demonstration begleitet, erklärte eine Sprecherin.