Die Bundeswehr soll ab 2023 mit vier Mehrzweckkampfschiffen aufgerüstet werden. Der Auftrag dafür werde europaweit ausgeschrieben, teilte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit. Die Kosten setzte sie auf etwa vier Milliarden Euro fest.

Die Bundeswehr meldete bereits Bedarf für zwei weitere dieser Schiffe an. Darüber wird jedoch nicht vor 2030 entschieden. Momentan seien nur vier Mehrzweckkampfschiffe (MKS 180) finanzierbar, hieß es. Frühere Kostenschätzungen von zwei Milliarden Euro seien nicht mehr realistisch.

Laut Ministeriumskreisen gibt es bereits "grobe Designentwürfe" für das MKS 180. Die Schiffe sollen in der Lage sein, Ziele in der Luft sowie über und unter Wasser zu bekämpfen. Auch sollen sie Landeinsätze unterstützen können.

Das MKS 180 soll unter anderem in der Lage sein, von See aus Landziele zu beschießen. Zudem soll es anderen Schiffen mehr als 20 Kilometer weit Schutz vor Luftangriffen geben und über ein großes Lazarett verfügen. Dazu kommen nach Bundeswehr-Angaben weitere Module für spezielle Aufgaben.

Die Schiffe sollen künftig mit wechselnden Besatzungen intensiver genutzt werden. Bisher wird überwiegend mit festen Mannschaften operiert, die nach einiger Zeit im Einsatz mit ihren Schiffen wieder nach Deutschland kommen.

Die Entscheidung für die Ausschreibung hat Generalinspekteur Volker Wieker getroffen. Dieser hatte sich am Montag für einen neues Luftabwehrsystem entschieden. Das Medium Extended Air Defense System (Meads) soll das Flugabwehrsystem Patriot ersetzen und ebenfalls rund vier Milliarden Euro kosten.