Ein in Thüringen stationierter Soldat der Bundeswehr soll desertiert sein – angeblich, um in Syrien gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu kämpfen. Die Bundeswehr habe den Fall wegen des Verdachts auf Fahnenflucht bereits telefonisch an die Staatsanwaltschaft Gera abgegeben, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. 

In Gera soll der Stabsunteroffizier beim Panzerpionierbataillons 701 stationiert gewesen sein, wie das Presse- und Informationszentrum des Heeres mitteilte. Nach Informationen des MDR stammt der Soldat aus Sachsen und war als Personalsachbearbeiter tätig. Er soll seinem Bruder in einem Brief dargelegt haben, er wolle sich dem Kampf gegen die IS-Terroristen anschließen. Von diesem Brief abgesehen gibt es jedoch keinerlei Hinweise auf ein politisches Motiv.

Über den momentanen Aufenthaltsort des Soldaten ist nichts bekannt. Er meldete sich am 16. Juni nach einem Urlaub nicht zum Dienst zurück und soll bereits in den Irak geflogen sein. Nach Informationen von Spiegel Online soll auf seinem Computer eine Reservierungsbestätigung für einen One-Way-Flug nach Sulaimaniya im Nordirak, einer der größten Städte im autonomen Kurdengebiet, gefunden worden sein. Unklar ist aber, ob er den Flug angetreten hat. 

Sollten sich die Hinweise bestätigen, wäre dies der erste Fall eines aktiven Bundeswehrsoldaten, der sich nach Syrien oder in den Irak absetzte, um dort zu kämpfen.