Bei der Linken ist die Entscheidung für die Nachfolge von Fraktionschef Gregor Gysi praktisch gefallen: Künftig soll die Bundestagsfraktion von einer Doppelspitze aus der Parteilinken Sahra Wagenknecht und dem Reformer Dietmar Bartsch geführt werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und des Tagesspiegels erklärten sich beide bei einem Treffen mit den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger dazu bereit.

Am kommenden Montag soll der Vorschlag offiziell gemacht werden. Daher gibt es für die Personalie von Partei und Fraktion noch keine Bestätigung. Eine Linke-Sprecherin sagte nur: "Die beiden Parteivorsitzenden werden am Montag in Absprache mit dem geschäftsführenden Vorstand die Vorschläge erörtern und dann einen Vorschlag machen." Nach den Statuten der Linken haben die Parteivorsitzenden ein Vorschlagsrecht. Die Wahl soll am 13. Oktober stattfinden.

Gysi hatte am Wochenende angekündigt, dass er den Posten des Fraktionsvorsitzenden nach zehn Jahren aufgeben werde.

Die 45-jährige Wagenknecht gilt als Wortführerin des linken Parteiflügels. Die Ehefrau von Oskar Lafontaine hatte im März noch ihren Verzicht auf eine Kandidatur für den Fraktionsvorsitz erklärt. Nach Gysis Rücktrittsankündigung wurde sie jedoch auch von Reformern bedrängt, ihre Entscheidung zu korrigieren. Bartsch wird bei der Linken zu den pragmatischen Reformern gerechnet.