Die Bundesregierung plant zunächst keine zusätzliche Finanzhilfe für Kommunen mit besonders vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Die Passauer Neue Presse zitiert aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums, der Bund stelle Ländern und Kommunen 2015 und 2016 jeweils 500 Millionen Euro zur Verfügung. "Die Mittel sind zum Ausgleich von Mehrbelastungen im Zusammenhang mit der Aufnahme, Unterbringung, Versorgung und Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern bestimmt", heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Diese allgemeine Zusage ist jedoch seit längerem bekannt.

Die Grünen halten sie aber für unzureichend. "Die Bundesregierung muss Länder und Kommunen bei der Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen finanziell besser unterstützen", sagte die jugendpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Beate Walter-Rosenheimer, der Zeitung. Sie bezifferte die Zahl der minderjährigen Flüchtlinge in Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe mit 18.000. "Besonders viele kommen in Bayern, Hessen, Hamburg und Bremen an", sagte Walter-Rosenheimer. "Die akut betroffenen Kommunen sitzen finanziell auf dem Trockenen. Ihnen muss die Bundesregierung finanziell unter die Arme greifen." Die derzeit vom Bund in Aussicht gestellte Summe reiche nicht aus, um eine kindgerechte Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge abzusichern. 

Am heutigen Donnerstag trifft Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Ministerpräsidenten der Länder und Vertreter von Städten und Gemeinden, um über die Flüchtlinge und ihre Unterbringung zu beraten. Weitere Finanzhilfen für Kommunen mit besonders vielen minderjährigen Flüchtlingen sind den Angaben zufolge jedoch nicht vorgesehen.

Allerdings würden Städte und Gemeinden bei der Integration junger Menschen unterstützt, die Schutz in Deutschland suchten. Ziel sei es, sie so aufzunehmen, dass sie ihr Recht auf Bildung und Teilhabe wahrnehmen können und die ihnen zustehende Begleitung und Förderung erhalten.

Geplant sind laut Familienministerium sechs regionale Servicebüros, die einen Beitrag zur Etablierung lokaler Bündnisse aus Behörden, Vereinen sowie Bildungs- und Flüchtlingseinrichtungen vor Ort leisten sollen.