Acht Monate vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und nach dem Austritt ihres ehemaligen Bundesvorsitzenden Bernd Lucke wählt die Alternative für Deutschland (AfD) neue Landesvorsitzende. Die Landesspitze in beiden Bundesländern war Lucke zum großen Teil in dessen neue Partei Alfa (Allianz für Fortschritt und Aufbruch) gefolgt.

Im baden-württembergischen Pforzheim wurden der zweite Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sowie Lothar Maier aus Stuttgart und Bernd Grimmer aus Pforzheim zu Sprechern des Landesverbandes gewählt. Im rheinland-pfälzischen Bingen wählten die Parteimitglieder den bisherigen Vize-Landeschef Uwe Junge zu ihrem neuen Vorsitzenden. Zur ersten stellvertretenden Landesvorsitzenden machten die Delegierten Christiane Christen. Zweiter Stellvertreter wurde Joachim Paul.


Der zweite Bundesvorsitzende Meuthen warf Lucke vor, eine Zusammenführung des national-konservativen und konservativ-liberalen Flügels in der AfD gar nicht gewollt zu haben. Den von Lucke gegründeten Verein "Weckruf 2015" habe er von Anfang an für absurd gehalten, sagte Meuthen. "Das nenne ich ein eklatantes Führungsversagen." Lucke habe sich mit "devoten Höflingen" umgeben und die Axt an die Seele der Partei gelegt. Auch AfD-Bundesvize Alexander Gauland, der in Bingen auftrat, attackierte Lucke.

Beim Bundesparteitag der AfD in Essen Anfang Juli hatte sich die rechtskonservative Frauke Petry gegen Lucke durchgesetzt. Der verließ daraufhin die AfD und gründete Alfa. Die AfD ist in ihren Umfragen bereits stark gesunken, die Zersplitterung dürfte die Erfolgsaussichten bei künftigen Wahlen weiter schmälern. Bundesweit liegt die AfD bei noch drei Prozent.