Die Bundesregierung stockt ihre Zahlungen an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen um 25 Millionen Euro auf. Allein 15 Millionen Euro sollen nach Jordanien, in den Libanon und den Irak fließen, um syrische Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Damit erhöht Deutschland seine Hilfen für syrische Flüchtlinge auf knapp das Dreifache. "Die Lage der Flüchtlinge in und um Syrien wird immer dramatischer", sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der Welt am Sonntag. Die Weltgemeinschaft müsse jetzt schnell und entschieden handeln. 

"Das Welternährungsprogramm steht unmittelbar davor, die Nahrungsmittelrationen weiter kürzen zu müssen, weil es an den nötigen Mitteln fehlt", sagte Müller. Die UN-Organisation unterstützt die Menschen in den Flüchtlingslagern mit Nahrungsmittelgutscheinen, die es ermöglichen, auf den lokalen Märkten einzukaufen. Mit etwa einer Milliarde Dollar wurden die Aufnahmeländer dadurch bereits unterstützt.

Mit den zusätzlichen Mitteln aus Deutschland wird nun unter anderem sichergestellt, dass im Libanon fast 320.000 Flüchtlinge einen Monat lang mit Gutscheinen im Wert von 13,50 US-Dollar unterstützt werden. Im Libanon leben zurzeit 1,2 Millionen Flüchtlinge aus Syrien, in Jordanien 630.000 und im Irak 250.000.

Fünf Millionen Euro sollen aus Deutschland an den Südsudan gehen, wo rund 200.000 Binnenflüchtlinge versorgt werden müssen. Dort werden 2.300 Schulkinder drei Monate lang eine Mahlzeit bekommen. Weitere 2,5 Millionen Euro sollen die Mindestversorgung von Flüchtlingen in der Zentralafrikanische Republik und ihren Nachbarländern sicherstellen. Seit Monaten sind dort Menschen von Kürzungen der Nahrungsmittelrationen betroffen, in Kamerun wurden die Verteilungen zeitweise sogar ganz ausgesetzt.

Ebenfalls 2,5 Millionen Euro erhält die Ukraine, wo rund 500.000 Menschen Nahrungsmittelhilfen erhalten sollen. Das Welternährungsprogramm unterstützt seit November 2014 die ostukrainischen Städte Donezk und Luhansk. Dort sollen in Gebieten, die nicht von der ukrainischen Regierung kontrolliert werden, rund 500.000 Menschen vor dem Hunger bewahrt werden.