Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach legt sein Amt als Vorsitzender des Bundestagsinnenausschusses nieder. Sein Bundestagsmandat werde er aber behalten. Das teilte der Abgeordnete für den Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen mit. Bosbach hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, bei erneuten Abstimmungen über weitere Hilfspakete für Griechenland persönliche Konsequenzen ziehen zu wollen. 

"Es ist zwar eine ganz persönliche Entscheidung, aber sie betrifft auch die gesamte Kreispartei und vor allem jene Wählerinnen und Wähler, die mir bei sechs Wahlen ihr Vertrauen geschenkt haben", hatte der Innenpolitiker der Bild-Zeitung gesagt, bevor er am Morgen mit seinem Kreisverband über seine politische Zukunft diskutierte.

Bosbach ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter. Vergangenen Winter hatte er wegen der möglichen erneuten Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland seinen Rückzug aus der Politik erwogen. Der Bundestag hatte am vergangenen Freitag mehrheitlich dafür gestimmt, Verhandlungen mit Athen über ein weiteres, drittes Milliardenprogramm aufzunehmen. Allerdings verweigerten 65 Unionsabgeordnete, unter ihnen Bosbach, ihre Zustimmung.

"Diesen Weg kann und will ich nicht mitgehen", sagte Bosbach nach den Beratungen mit seinem Kreisverband. Seinen Posten als Ausschussvorsitzender legt Bosbach nach eigenen Worten zum 22. September nieder. Er habe sich lange mit dem Gedanken getragen, auch sein Bundestagsmandat abzugeben. "Ich habe niemanden gefunden, der diese Idee für gut gehalten hat", sagte der 63-Jährige. Auch der CDU-Kreisvorstand habe ihn gebeten, die Region weiterhin in Berlin zu vertreten. Der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe sagte: "Für uns ist Wolfgang Bosbach unverzichtbar."

"Ich werfe mich für Angela Merkel in jede Schlacht", sagte Bosbach. "Aber ich kann und ich werde auch in Zukunft nicht gegen meine Überzeugung abstimmen." Wenn er aber sein Mandat niederlege, "wären wahrscheinlich viele enttäuscht, die mich nicht trotz, sondern wegen meiner Haltung in der Eurofrage gewählt haben", sagte der CDU-Politiker.