Die Mitglieder der Berliner CDU haben sich mehrheitlich gegen die Ehe für alle ausgesprochen. Dieses Ergebnis einer Befragung gab der Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner bekannt. In der Abstimmung sprachen sich 45 Prozent der Christdemokraten gänzlich und sieben Prozent "eher" dagegen aus, dass auch homosexuelle Paare heiraten dürfen. Demgegenüber votierten nur 35 Prozent "voll und ganz" und sieben Prozent "eher" für eine vollkommene Gleichstellung.

Nach Informationen des Tagesspiegels haben die über 60-Jährigen deutlich gegen eine Öffnung der Ehe votiert, während die unter 60-Jährigen eher dafür stimmten. 4.750 der 12.500 Berliner CDU-Mitglieder hatten sich an der Abstimmung beteiligt. Landesparteichef Frank Henkel stimmte nach eigenen Angaben "eher für" eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

Als erster Landesverband hatte die Berliner CDU ihre Mitglieder zur parteiintern umstrittenen Ehe für alle befragt. Auch viele andere Landesverbände und die Bundes-CDU schauten gespannt auf Berlin, sagte Generalsekretär Kai Wegner im Vorfeld. "Ich glaube, dass dieses Ergebnis auch die Debatte auf Bundesebene beflügeln wird." Die Mehrheit der CDU-Bundestagsfraktion lehnt bislang die sogenannte Homo-Ehe ab.

Die Berliner CDU ist in der Frage gespalten. Während der Befragung traten prominente Mitglieder an die Öffentlichkeit und bekannten sich als Befürworter oder Gegner der Ehe für alle. Der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen sprach sich etwa dagegen aus.

Für eine komplette Gleichstellung homosexueller Paare mit der Ehe hatten sich Justizsenator Thomas Heilmann, Sozialsenator Mario Czaja und Generalsekretär Wegner ausgesprochen. CDU-Landeschef Henkel hielt sich in der Frage zurück.