Die Bundesregierung wird ihre Prognose zu den jährlichen Flüchtlingszahlen voraussichtlich stark anheben. 2015 werde statt mit 450.000 nun mit 650.000, womöglich sogar 750.000 Asylbewerbern gerechnet, berichtet das Handelsblatt. Die neuen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sollen am Mittwoch von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vorgestellt werden.
Grundlage der neuen Zahlen ist eine Umfrage, die im Sommer unter den Landesregierungen durchgeführt wurde. Demnach sind die Zahlen in vielen Bundesländern drastisch gestiegen. In Hamburg etwa suchten im ersten Quartal knapp 6.700 Menschen Schutz, im zweiten Quartal seien es schon mehr als 7.300 gewesen. Allein im Juli hätten schließlich 5.700 Flüchtlinge einen Asylantrag in der Hansestadt gestellt.
In Baden-Württemberg beantragten dem Bericht zufolge im Juli 7.065 Menschen, und damit doppelt so viele wie noch im Mai, einen Asylantrag. "Ich müsste jeden Tag ein Hochhaus bauen, um sie unterzubringen", sagt Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) der Zeitung. Auch die Antragszahlen aus den Balkanstaaten seien unverändert hoch. Öney forderte vom Bund mehr Engagement. "Ich wünsche mir, dass der Bund die Erstaufnahme übernimmt, zumindest für diejenigen ohne Bleibeperspektive."
UN-Flüchtlingskommissar will Deutschland entlasten
Unterdessen kündigte der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, an, Deutschland bei der Verteilung von Flüchtlingen entlasten zu wollen. "Wir müssen die Verantwortung auf mehr Schultern in Europa verteilen. Es ist langfristig nicht tragbar, dass nur zwei EU-Länder – Deutschland und Schweden – mit leistungsfähigen Asylstrukturen die Mehrheit der Flüchtlinge aufnehmen", sagte Guterres der Welt.
"Im vergangenen Jahr flohen mehr Menschen als jemals zuvor seit Beginn unserer Aufzeichnungen", sagte Guterres. Mehr als 60 Millionen weltweit hätten infolge von Konflikten und Verfolgung ihre Heimat verloren. "Wir können Menschen, die flüchten, um ihr Leben zu retten, nicht abschrecken. Sie werden kommen, und wahrscheinlich werden es noch mehr werden", sagte der frühere portugiesische Ministerpräsident. Wichtig sei, die Ankunft der Flüchtlinge human zu gestalten. "Ich bin beunruhigt, wenn Flüchtlinge als Eindringlinge, Jobsuchende und Terroristen dargestellt werden, um mit öffentlichen Ängsten zu spielen."
Die Bundesregierung wird ihre Prognose zu den jährlichen Flüchtlingszahlen voraussichtlich stark anheben. 2015 werde statt mit 450.000 nun mit 650.000, womöglich sogar 750.000 Asylbewerbern gerechnet, berichtet das Handelsblatt. Die neuen Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sollen am Mittwoch von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) vorgestellt werden.
Grundlage der neuen Zahlen ist eine Umfrage, die im Sommer unter den Landesregierungen durchgeführt wurde. Demnach sind die Zahlen in vielen Bundesländern drastisch gestiegen. In Hamburg etwa suchten im ersten Quartal knapp 6.700 Menschen Schutz, im zweiten Quartal seien es schon mehr als 7.300 gewesen. Allein im Juli hätten schließlich 5.700 Flüchtlinge einen Asylantrag in der Hansestadt gestellt.