Mehr als zehn Menschen sind während der Zusammenstöße zwischen Polizisten und zum Teil rechtsextremen Demonstranten in Heidenau verletzt worden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) habe zehn Verletzte versorgt, darunter mehrheitlich Polizisten, sagte ein Sprecher des DRK. Allerdings gebe es noch mehr Verletzte, diese wurden jedoch von anderen Rettungskräften betreut.

Die teils rechtsextremen Demonstranten hatten in Heidenau bei Dresden eine Straßenblockade vor einer künftigen Flüchtlingsunterkunft errichtet. Die Polizei löste die Blockade auf. Dabei gingen die Beamten massiv mit Reizgas gegen die Störer vor, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Dresden mitteilte. Demonstranten hätten Polizisten mit Steinen beworfen und Böller gezündet. 

Die Anhänger der NPD hatten gewaltsam versucht, ankommende Busse mit Asylbewerbern aufzuhalten. Die Randalierer bewarfen Polizisten mit Steinen, Flaschen und Böllern. Außerdem versuchten sie, die Straße mit Bauzäunen zu blockieren. Laut Tagesspiegel seien die meisten der Demonstranten betrunken gewesen. Die Polizei war nach Angaben von Reportern unterbesetzt und mit der Situation zunächst völlig überfordert. Angaben zu Festnahmen lagen zunächst nicht vor.

Um kurz vor ein Uhr erreichte ein erster Bus mit Asylsuchenden das Gebäude des früheren Baumarkts an der Bundesstraße 172. Insgesamt sollten hier in der Nacht zum Samstag etwa 250 Asylsuchende untergebracht werden. Das Gebäude stand seit 2013 leer.

Am frühen Abend hatten zunächst mehrere Hundert Menschen friedlich gegen die Aufnahme von Asylbewerbern in Heidenau demonstriert. Zu dem Marsch hatte die rechtsextreme NPD aufgerufen. Im Anschluss daran blockierten Dutzende Demonstranten die Bundesstraße vor dem früheren Baumarktgebäude. Sie skandierten "Wir sind das Volk" und ausländerfeindliche Parolen. Bis zu 1.000 Demonstranten sollen vor Ort gewesen sein. Der Bus mit den ankommenden Flüchtlingen musste vorübergehend umgeleitet werden. 

Bundesregierung verurteilt Angriffe auf Flüchtlinge

Auf den beiden jeweils knapp 3.000 Quadratmeter großen Etagen des Baumarkt-Gebäudes sollen künftig bis zu 600 Menschen untergebracht werden. Bereits seit Mittwoch protestieren Hunderte gegen die Pläne.

Bundesjustizminister Heiko Maas hat die Angriffe auf Flüchtlinge scharf verurteilt. "Wir dürfen niemals tolerieren, dass Menschen in unserem Land bedroht oder angegriffen werden. Dagegen müssen wir mit aller Härte des Rechtsstaates vorgehen", sagte der SPD-Politiker. "Gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gilt null Toleranz."

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels stand: "Sie skandierten "Wir sind das Volk" und weitere ausländerfeindliche Parolen." Wie haben "weitere" entfernt. Wir bedauern den Fehler. Die Redaktion.