Ein deutscher Dschihadist, der in einem Propaganda-Video der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gefesselte syrische Soldaten erschießt, ist nach Informationen der Zeitung Die Welt von Verfassungsschutz und Polizei identifiziert worden. Es handele sich um einen 28-Jährigen aus Königswinter mit dem Kampfnamen Abu Umar al-Almani, wie die Welt auf ihrer Internetseite berichtet. Es sei das erste Mal, dass ein deutscher Dschihadist in Syrien in einem Video bei einer Hinrichtung zu sehen ist.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt der Welt zufolge nun gegen den gebürtigen Stuttgarter wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie des Verdachts der Begehung von Kriegsverbrechen.

Der IS hatte dem weiteren Bericht zufolge das fünfminütige Video am 5. August im Internet veröffentlicht. Es handele sich um die erste komplett in deutscher Sprache gehaltene Propagandabotschaft der Terrorgruppe. Darin sei neben dem Deutschen auch ein österreichischer Islamist zu sehen. Die Botschaft wurde offenbar in der vom IS eroberten syrischen Oasenstadt Palmyra aufgenommen.

In dem Video rufen die beiden bärtigen Männer ihre "Brüder und Schwestern" auf, sich dem "Islamischen Staat" in Syrien oder dem Irak anzuschließen. Sollte ihnen dies nicht möglich sein, sollten sie "die Ungläubigen" in "ihren Häusern in Deutschland und Österreich" angreifen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Videoaufnahme laut Welt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und dem Bundesnachrichtendienst analysiert. Bislang geht der Verfassungsschutz von mehr als 720 Islamisten aus, die in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak ausgereist sind und sich dort terroristischen Gruppierungen angeschlossen haben.