Die Alternative für Deutschland (AfD) liegt in der Wählergunst der Sachsen derzeit gleichauf mit der SPD. Beide Parteien kommen laut dem MDR-Sachsentrend auf 13 Prozent. Bei den Landtagswahlen vor gut einem Jahr lag die SPD (12,4 Prozent) noch deutlich vor der AfD (damals 9,7 Prozent). Die rechtsextreme NPD, die im August 2014 knapp am Wiedereinzug in den Landtag gescheitert war, wäre nun mit fünf Prozent im Landtag vertreten.

Stärkste Kraft wäre mit 38 Prozent (-1,4 Prozent) der Umfrage zufolge nach wie vor die CDU von Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Zusammen haben CDU und SPD in der Umfrage mit 51 Prozent weiterhin eine absolute Mehrheit. Die Linke erreicht 17 Prozent, die Grünen kommen auf 7 Prozent.

Die Forderungen der AfD nach einer härteren Asylpolitik könnten der Grund für die zunehmende Zustimmung in Sachsen sein. Asylanträge sollten nach Vorstellungen der rechten Partei im Regelfall vom Ausland aus bei den deutschen Botschaften und in "heimatnahen Erstaufnahmezentren" gestellt werden. Für Westbalkanstaaten solle eine Visumspflicht eingeführt werden, fordert die AfD.

Bundespolitiker von SPD, Linken und Grünen machten im Handelsblatt dagegen die sächsische CDU mitverantwortlich für das Erstarken von AfD und NPD. "Dass sich die Sachsen-Union immer wieder an die Rechtspopulisten rangeschmissen und eine klare Abgrenzung hat vermissen lassen, hat seinen Preis", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner.

Der Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, warf der CDU vor, Rechtspopulisten und Neonazis zu stärken, indem "die Union zu Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass schweigt und partiell dazu auch noch die Stichworte liefert". Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht "ein gutes Stück Mitschuld an dieser unsäglichen Entwicklung" bei der Sachsen-CDU.